KÖGEL Dialog | AUSGABE 57 | 10/2025

GEMEINSAM | SICHER | STARK DIALOG AUSGABE 57 | 10/2025 STEFAN JUST Polier Hochbau

UNSERE BAUVORHABEN Hannover Bremen Hamburg Bielefeld Osnabrück Münster Köln Dortmund Essen Düsseldorf Paderborn Braunschweig Hildesheim Kassel Oldenburg Bochum Rinteln Detmold Werther Borgholzhausen Gütersloh Hameln HOCHBAU Forschungsbau CMM, Münster /// Hüffer-Campus, Münster /// Gesamtschule, Bielefeld /// Gesamtschule, Verl /// Marienhospital, Steinfurt /// Melanchthonschule, Münster SCHLÜSSELFERTIGBAU Bredeney-Park, Essen /// Spielbank, Siegburg /// Stadtsporthalle, Espelkamp /// Verwaltungsgebäude, Meschede /// Weber 1, Essen TIEF UND ROHRLEITUNGSBAU Ersatzneubau Elsedüker, Bünde /// Erwachsenenpsychiatrie, Wunstorf /// Fernwärmeerschließung, Espelkamp /// Parkhaus, Flughafen Köln Bonn /// Jägerallee, Springe /// Kleine Dombrede, Minden /// Ortsdurchfahrt, Hagenburg /// Prinzenstraße, Hannover /// Rahdener Straße, Lübbecke /// Schreiberweg, Kirchlengern INGENIEURBAU EON, Bergkamen /// Hagedorn, Kirchlengern /// Harting, Espelkamp /// Kläranlage, Osnabrück /// Pumpwerk und Stauraumkanal, Wunstorf /// Harting, Espelkamp /// Kläranlage, Osnabrück /// Pumpwerk und Stauraumkanal, Wunstorf BAUSANIERUNG Bockschatzhof, Bielefeld /// Instandsetzungsarbeiten, Flughafen Hannover /// Parkdecksanierung, Celle /// Parkdecksanierung, Celle /// Radaranlage, Hannover-Langenhagen /// Universität, BielefeldBAUEN IM BESTAND Produktionsgebäude, Marl /// Tank- und Waschplatz Naue, Espelkamp S. 14 S. 20 S. 10 S. 22 S. 6 S. 8 S. 16 S. 18 S. 24

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, um Herausforderungen meistern zu können, braucht es initial zwei Dinge: Ich muss mich verantwortlich fühlen und diese lösungsorientiert angehen. Das zeigt sich in privaten Situationen und auch im beruflichen Kontext bei Projekten, die ins Stocken geraten. Oftmals hapert es an klaren Zuständigkeiten und guten Lösungsansätzen. Damit ein Unternehmen sicher für die Zukunft aufgestellt ist, braucht es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gerne Verantwortung übernehmen und in Lösungen denken. Diese Fähigkeiten fördern wir bei KÖGEL ganz bewusst – im Sinne unserer Kunden. Erfolgreich Verantwortung übernommen hat zum Beispiel unser Hochbauteam für den Rohbau von zwei anspruchsvollen Universitätsbauten in Münster (S. 6 – 9). Die richtige Lösung für eine alte gusseiserne Wasserleitung in Lübbecke hatte hingegen unser Rohrleitungsbau (S. 14–15). Für E.ON in Bergkamen entwickelte unser Ingenieurbau zusammen mit KB Anlagenbau das passende Konzept für eine Dampfauskopplung (S. 20–21). Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit macht uns als KÖGEL Unternehmensgruppe aus. GEMEINSAM SICHER STARK arbeiten wir mittlerweile mit vier Tochterunternehmen zusammen (S. 26–33) und haben kürzlich auch einen weiteren KÖGEL BAU Standort in der Metropolregion Rhein-Ruhr gegründet (S. 36–37). So bieten wir unseren Kunden genau die Lösungen, die sie brauchen. Verantwortung für KÖGEL und große Bauaufgaben wie den Jüdischen Campus in Berlin übernimmt unser Titelmodel Stefan Just bereits seit 26 Jahren. Was ihn an seiner Berufung als Polier im Hochbau so reizt, verrät er im Interview auf den Seiten 34 und 35. Neben unseren motivierten Mitarbeitern sichern uns ein moderner Maschinenpark (S. 42–43) und unsere im Sommer verliehene Informationssicherheitszertifizierung nach der ISO 27001 (S. 44–45) enorme Wettbewerbsvorteile. Trotz aller Erfolgsgeschichten ist uns aber auch bewusst, dass nichts perfekt und in Stein gemeißelt ist. Wir in der KÖGEL Unternehmensgruppe stellen uns stetig auf den Prüfstand und machen wie alle Menschen Fehler. Entscheidend ist für uns, wie wir mit diesen umgehen und dass wir sie als Chance zum Lernen und Wachsen ansehen. Nicht ohne Grund wird aus dem Wort Fehler das Wort Helfer, wenn man die Buchstaben neu anordnet. Auf den Seiten 46 und 47 lade ich Sie zu diesem Perspektivwechsel der gelebten Fehlerlernkultur ein. Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre der 57. Ausgabe des KÖGEL Dialogs. Herzlichst

4 INHALT INHALT 6 CENTRE FOR MATHE MATICS, MÜNSTER Forschungsbau mit architektonischem Herzstück 8 HÜFFER CAMPUS, MÜNSTER Ein Campus für Vielfalt: Münster vereint Theologie, Sozialwesen und Gesundheit 10 SPORTHALLE, ESPELKAMP Ein Gewinn für den Schul- und Vereinssport 12 VERWALTUNGSGEBÄUDE BSB, MESCHEDE Vier gewinnt 18 PUMPWERK UND STAURAUMKANAL, WUNSTORF Außergewöhnlicher Einsatz mit Tauchern und Unterwasserbeton 20 DAMPFAUSKOPPLUNG E.ON BAYER, BERGKAMEN Nachhaltiges Projekt gemeinschaftlich umgesetzt 14 WASSERTRANSPORTLEITUNG RAHDENER STRASSE, LÜBBECKE Spezialwissen macht den Unterschied 16 TIEFBAUARBEITEN FÜR NEUE ERWACHSENENPSYCHIATRIE, WUNSTORF Teamwork auf die 1 – anspruchsvolle Bauaufgabe gemeinsam gelöst HOCHBAU INGENIEURBAU SCHLÜSSELFERTIGBAU TIEF UND ROHRLEITUNGSBAU 22 PARKDECKSANIERUNGEN, CELLE Celler Parkdecks wieder fit für die Zukunft BAUEN IM BESTAND 24 PRODUKTIONSGEBÄUDE, MARL Stammkunde vertraut auf Flexibilität und Lösungsorientierung BAUSANIERUNG

42 KÖGEL FUHRPARK Investition in Qualität und Kundenzufriedenheit 44 ISO ZERTIFIZIERUNG Sicherheit, Vertrauen und Wettbewerbsvorteile IMPULSE 46 FEHLERLERNKULTUR Weiterentwicklung dank offener Fehlerlernkultur 48 KÖGEL GEMÜSEGARTEN Frisches Gemüse, frische Ideen 5 INHALT 34 STEFAN JUST IM INTERVIEW Bock auf Baustelle und Beton 36 NEUER STANDORT Immer nah bei den Kunden – und jetzt auch in der Metropolregion Rhein-Ruhr 38 VERTRAUTE TALENTE Welcome back Jens2 40 AUSBILDUNG Mit Perspektive, Verantwortung und Rückenwind 50 WILKOMMEN AN BOARD Unsere Azubis im Rampenlicht! TEAM KÖGEL 26 KLEFFMANN TIEF- & STRASSENBAU Recycling mit Weitblick 28 KB ANLAGENBAU Know-how und Präzision für die Energiewende 30 TECTUM FACILITY MANAGEMENT Sicherheit durch Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein 32 SCHLOSS OVELGÖNNE Stilvoller Rahmen für außergewöhnliche Business-Events UNTERNEHMENSGRUPPE INNOVATION UND ENTWICKLUNG

6 HOCHBAU FÜR DEN BAU UND LIEGENSCHAFTSBETRIEB DES LANDES NORDRHEIN WESTFALEN BLB NRW , NIEDERLASSUNG MÜNSTER, REALISIERTE DER KÖGEL HOCHBAU ERNEUT EIN SPANNEN DES BAUVORHABEN: AUF EINEM BISLANG UNBEBAUTEN GRUNDSTÜCK DIREKT VOR DEM HÖR SAALGEBÄUDE DES FACHBEREICHS MATHEMATIK UND INFORMATIK ENTSTEHT DER FOR SCHUNGSBAU CENTRE FOR MATHEMATICS CMM DER UNIVERSITÄT MÜNSTER. Das Team um Marco Neugebauer, Leon Wacker und Miralem Mehmedagic übernahm bis September ein breites Spektrum an Bauleistungen. 8.000 m2 BRUTTOGESCHOSSFLÄCHE 3 ATRIEN »Seit November 2024 haben wir klassische Roh- und Betonbauarbeiten ausgeführt und Treppenfertigteile sowie Halbfertigteile für die Wände gesetzt«, berichtet Projektleiter Marco Neugebauer. Maurerarbeiten zählten ebenso zum Leistungsumfang wie die Umsetzung der beheizbaren Fahrradrampe. Das gesamte Gebäude erhielt im Untergeschoss eine sogenannte weiße Wanne ergänzt um die Integration einer Frischbetonverbundfolie. »Folien dieser Art helfen dabei, Gebäude gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich zu schützen. Sie bilden eine zusätzliche Schicht, die auch bei kleiner Rissbildung im Beton dicht bleibt«, erläutert er. Das Atrium als architektonisches und handwerkliches Herzstück Ein echtes Highlight des Neubaus ist der Atriumsbereich mit der markanten Treppenanlage. Dieser ist das architektonische und handwerkliche Herzstück des modern und funktional gestalteten Gebäudes. Die Umsetzung dieses Bereichs war laut Marco Neugebauer besonders anspruchsvoll und vielseitig. »Die vier innenliegenden Treppen haben wir erst am Ende der Bauzeit realisiert, um den offenen Aufenthaltsbereich während der Bauphase zu erhalten«, so der Projektleiter. Strukturierte Umsetzung durch Lean-Management Von Beginn an hat das KÖGEL Team das Projekt nach Lean-Management-Prinzipien geplant und gemeinsam mit dem Bauherrn umgesetzt. »Unsere Leanboards und die regelmäßige fünf-Wochen-Vorschau sorgten für klare Abläufe, Transparenz und eine strukturierte Bauabwicklung«, blickt Marco Neugebauer zurück. »Die Wandabschnitte wurden für jedes Geschoss exakt geplant, wodurch wir den Einsatz der Halbfertigteile optimal steuern konnten. Die enge Abstimmung mit dem Bauherrn und allen Projektbeteiligten ermöglichte wöchentliche Fortschrittsbesprechungen und eine flexible Zeitplanung, sodass wir trotz wetterbedingter Verzögerungen die Bauzeit einhalten konnten und sogar vor dem offiziellen Termin fertig waren.« Partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten Die Zusammenarbeit mit dem BLB NRW und der Objektüberwachung zeichnete sich durch eine offene, ehrliche und wertschätzende Kommunikation aus. Der persönliche Austausch, auch außerhalb formeller Termine, schuf ein produktives Miteinander. »Durch die Kombination von Effizienz und Teamwork entsteht in Münster ein zukunftsweisender Forschungsbau, der den idealen Raum für wissenschaftliches Arbeiten und neue mathematische Erkenntnisse bietet«, fasst Marco Neugebauer zusammen. FORSCHUNGSBAU MIT ARCHITEKTONISCHEM HERZSTÜCK BAUVORHABEN Centre for Mathematics, Münster BAUHERR BLB NRW Münster PROJEKTLEITUNG Marco Neugebauer, Leon Wacker POLIER Miralem Mehmedagic Das Team um

7 HOCHBAU ? Sie haben das Gebäude mit dem Excellenzcluster der Universität Münster unter der Überschrift »der organisierte Zufall« konzipiert. Wie zeigt sich das in der Architektur des CMMs? Das Leitmotiv »der organisierte Zufall« beruht darauf, dass tatsächlich viele wesentliche mathematische Durchbrüche durch zufällige Interaktionen entstehen. Übertragen auf die Architektur war uns vom BLB NRW deshalb wichtig, die sonst üblichen Raumstrukturen aufzubrechen und die Flächen für zufällige Begegnungen unter den Forschenden zu maximieren. Hierfür haben wir in unserer Planung auf o ene Gestaltungselemente, minimale Wand ächen, kaum Türen sowie freie Sicht quer durch das Gebäudeinnere gesetzt. ? Drei Atrien prägen das Zentrum. Warum würden Sie diese als Herzstück des Entwurfs bezeichnen? Ein Begri , der zum Start der Planung von den drei Professoren des Excellenzclusters immer wieder el, war »Durchbruch«. Diesen habe ich wörtlich genommen und so entstand die Idee der überdimensionalen Durchbrüche in den Decken. In Form von drei Atrien durchbrechen wir das gesamte Gebäude über alle Geschosse hinweg. Alles in dem Gebäude bewegt sich um die Atrien herum. Das trägt wesentlich zur Vernetzung bei und lädt zu zufälligen Begegnungen ein. ? Inwiefern hat KÖGEL BAU diesen anspruchsvollen und so wichtigen Bereich genau in Ihrem Sinne in die Wirklichkeit gebracht? Die Treppen im Atrium haben sich nicht, wie sonst üblich von unten nach oben aufgebaut, sondern von oben nach unten. Diesen Prozess mit beeindruckenden Schalungstürmen mitverfolgen zu können, war imposant. Die Treppenläufe samt der großen Sitztreppe im Erdgeschoss nun in ausgeschalter Form zu sehen, ist für mich ein Erlebnis! Durch die enormen Spannweiten der Treppen lässt sich nur erahnen, welche Herausforderung es ist, diese aus Beton entstehen zu lassen. Hier hat das KÖGEL BAU Team um Herrn Neugebauer, Herrn Wacker und Herrn Mehmedagic sein Know-how eindrücklich unter Beweis gestellt. KUNDEN STIMME NOAH THIEBEN VOM BLB NRW MÜNSTER Marco Neugebauer, Miralem Mehmedagic und Leon Wacker (v. l.) im großen Atrium, dem Herzstück des Centre for Mathematics.

8 HOCHBAU Mit dem Hüffer-Campus entsteht außerdem die voraussichtlich größte theologische Bibliothek Europas mit mehr als einer halben Million Bücher und einer großen Zahl theologischer Zeitschriften. KÖGEL BAU realisierte für den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) die Rohbauarbeiten, nun befindet sich das gesellschaftlich relevante Großprojekt auf der Zielgeraden. Projektleiter Marco Neugebauer zieht Bilanz. ? Seit dem Richtfest Ende 2023 hat sich auf der Münsteraner Großbaustelle einiges getan. Die Rohbauarbeiten für die Bauteile C, D und E habt ihr abgeschlossen, die Fassadenarbeiten sind ebenfalls fertiggestellt. Was hat euch in den letzten Wochen besonders beschäftigt? Ein Schwerpunkt lag in den letzten Monaten auf der Klinkerfassade, die inzwischen für die Bauteile C, D und E abgeschlossen ist. Am Schluss waren nur noch kleinere Restarbeiten nötig. EIN CAMPUS FÜR VIELFALT: MÜNSTER VEREINT THEOLOGIE, SOZIALWESEN UND GESUNDHEIT IN DER UNIVERSITÄTSSTADT MÜNSTER LEHREN UND FORSCHEN DEMNÄCHST KATHOLISCHE, EVANGELISCHE UND ISLAMISCHE THEOLOGEN AUF EINEM GEMEINSAMEN CAMPUS. Ebenso nden die Fachbereiche Sozialwesen und Gesundheit der FH Münster hier ein neues Zuhause. Der KÖGEL Hochbau ist seit November 2022 Teil dieses für Europa einzigartigen Projektes. ? Was hat euer Team besonders herausgefordert? Die Größenordnung dieses Bauvorhabens mit drei unterkellerten Hochschulgebäuden und einer Bruttogeschossfläche von knapp 49.000 m2 inklusive Tiefgarage war auch für uns nicht alltäglich. Die vielen To-dos, die gerade in der Hochphase zeitgleich ablaufen mussten, und die Koordination von bis zu 100 Facharbeitern unterschiedlicher Gewerke hat uns schon in besonderer Weise gefordert. ? Beschreib doch bitte einmal eure Herangehensweise. Ein Schlüssel zum Erfolg war die gute Kommunikation – im Team, aber auch mit dem Bauherrn und dem Planungsbüro AGN. Die enge Abstimmung hat vieles einfacher gemacht. Gleichzeitig haben wir im Verlauf dieses Großprojektes viel dazugelernt und laufend optimiert. Besonders bei der rund 14.000 Geradlinige Architektur, eine aufwendige Klinkerfassade und großzügige Fenster ächen prägen das moderne Erscheinungsbild des Hü er-Campus.

9 HOCHBAU 3 GEBÄUDE 14.000 m2 KLINKER PFEILER UND WÄNDE 49.000 m² BRUTTOGESCHOSSFLÄCHE Quadratmeter großen Klinkerfassade hat uns der Einsatz von Lean Management Methoden geholfen, den Überblick zu behalten. ? Also keine Baustelle wie jede andere? Das Besondere am Hüffer-Campus ist das Gesamtpaket. Erst vor Ort wird einem die Größe bewusst. Für mich war es das bislang umfangreichste Projekt. Wenn man sich an die Baugrube zurückerinnert und jetzt den fertigen Campus sieht, ist das einfach beeindruckend, was wir gemeinsam geschaffen haben. Das zaubert einfach jedem aus unserem Projektteam ein Lächeln ins Gesicht. BAUVORHABEN Hüffer-Campus, Münster BAUHERR BLB NRW Münster PROJEKTLEITUNG Marco Neugebauer, Marcin Serafin POLIERE Sascha Buschmann, Fearghal McKenna, Frank Junghans Polier Fearghal Mc Kenna und Projektleiter Marco Neugebauer (v. l.) sind stolz, dieses Großprojekt mit ihrem Team erfolgreich abgeschlossen zu haben. » Ein Schlüssel zum Erfolg war die gute Kommunikation.«

10 SCHLÜSSELFERTIGBAU MIT DER NEUEN STADTSPORTHALLE ERHALTEN BEWEGUNG, GEMEINSCHAFT UND SPORTLICHE ERFOLGE EIN NEUES ZUHAUSE IN ESPELKAMP. Für die Realisierung dieses, in architektonischer und funktionaler Hinsicht überzeugenden Gebäudes, bringen gleich drei KÖGEL Baubereiche ihr Fachwissen ein. Während Toni Mercaldi mit der Unterstützung von Dominic Heuer und Anna Mittmann die Gesamtprojektleitung aus dem KÖGEL Schlüsselfertigbau übernimmt, bringen auch der Tief- und der Hochbau ihre Kompetenzen ein. ? Wann ging unsere Arbeit für die Stadtsporthalle los und was war das Besondere in der Startphase? Dominic: Die Projektvorbereitung begann bereits im Juli 2024. Besonders war das Vergabeverfahren: Statt einer klassischen Ausschreibung gab es ein spezielles Bewerbungsverfahren. Etwa acht Monate haben wir daran gearbeitet, uns als geeignetes Team zu präsentieren, unsere Kompetenz unter Beweis zu stellen und so den Auftraggeber zu überzeugen. Anna: Die Bewertung erfolgte zu 60 Prozent über den Preis und zu 40 Prozent über die Präsentation der aufwendigen Bewerbungsmappe inklusive Ausführungskonzept. In beiden Bereichen haben wir eine gute Punktzahl erreicht und bekamen so Anfang 2025 den Zuschlag. ? Wie verlief der Start? Anna: Eine erste kleine Herausforderung war die Gründung. Aufgrund ungünstiger Bodenverhältnisse mussten wir gemeinsam mit dem KÖGEL Tiefbau die Gründungstiefe anpassen. Dominic: Statt Standardlösungen waren bis zu zwei Meter tiefe Streifenfundamente notwendig. Die bewehrten Fundamente wurden zusätzlich mit Magerbeton unterfüttert. Dieser unbewehrte, druckfeste Beton mit reduziertem Zementanteil sorgt für eine stabile Basis. ? Wie ist der aktuelle Stand? Anna: Aktuell be ndet sich der Rohbau auf der Zielgeraden. Bis Mitte November soll er fertig sein. Da das Erdgeschoss bereits steht, nden parallel erste Ausbauarbeiten statt, unter anderem durch den Elektriker und den Klempner. Dominic: Wenn alles nach Plan läuft, können bald Fenster eingebaut werden, zumindest dort, wo die Arbeiten abgeschlossen sind. Türen und andere Bauelemente folgen dann, damit das Gebäude möglichst schnell dicht wird, was besonders im Hinblick auf die kalte und nasse Jahreszeit wichtig ist. Ende September haben auch die Kanalarbeiten begonnen. ? Das Richtfest und die Schlüsselübergabe sind zwei wichtige Meilensteine für euch. Für wann sind sie vorgesehen? Dominic: Die schlüsselfertige Übergabe der Sporthalle ist für den November 2026 vorgesehen. Das Richtfest ist für November geplant, wenn die großen Binder montiert sind, die die Außenwände der Sporthalle miteinander verbinden und das Kernelement der Decke bilden. Die Binder sind ein besonderes Highlight des Projekts. Es handelt sich um acht Stück mit jeweils rund 27 Tonnen Gewicht. Für den Transport per Tieflader sind Sondergenehmigungen nötig. Das Einheben der Binder erfolgt mit einem Autokran. Dafür bleibt eine Hallenwand vorerst o en, um dem Kran die Einfahrt zu ermöglichen. Auch durch diese große Aufgabe, für die es EIN GEWINN FÜR DEN SCHUL UND VEREINSSPORT Sport- und baubegeistert sind Dominic Heuer und Anna Mittmann und damit genau die Richtigen für diese spannende Bauaufgabe.

11 SCHLÜSSELFERTIGBAU gute Planung und viel Fingerspitzengefühl bedarf, markiert das Richtfest einen wichtigen Meilenstein, sowohl technisch als auch symbolisch. ? Inwiefern ist dieses Bauvorhaben ein gutes Beispiel für das Jahresmotto LÖSUNGEN – Gemeinsam Mehrwert schaffen? Anna: Sowohl die Zusammenarbeit mit den anderen KÖGEL Baubereichen als auch mit dem Auftraggeber ist sehr lösungsorientiert. Wir optimieren gemeinsam mit dem Bauherrn die Planung und stimmen uns regelmäßig ab, um zügig weiterzukommen. Und wenn neue Ideen entstehen, wird gemeinsam geprüft, ob sich etwas verbessern oder vereinfachen lässt. Wir sind hier wirklich sehr partnerschaftlich unterwegs, um den größten Mehrwert für den Bauherren herauszuholen. ? Worauf freut ihr euch im Projektverlauf am meisten? Dominic: Ganz klar auf die Binder-Montage. Anna: Ich bin auf den späteren Ausbau gespannt, zum Beispiel, wenn der Sportboden kommt und die Halle langsam lebendig wird. Übrigens: Wir übergeben das Projekt inklusive aller Sportgeräte – vom Tor bis zur Matte. Das fühlte sich in der Einkaufsphase ein bisschen so an, als würde man für den Sportunterricht shoppen. ? Ihr seid beide sportbegeistert. Da passt dieses Bauvorhaben ja sehr gut. Anna: Ich habe in Espelkamp schon einige Handballspiele bestritten und bin vor Jahren mit meiner Mannschaft aufgestiegen. In der Rundturnhalle konnten wir ein richtungsweisendes Spiel für uns entscheiden und sicherten uns so gegen Espelkamp die Tabellenspitze. Sobald die Handballtore stehen, würde ich gerne das erste Tor werfen, was je in dieser Halle gefallen ist. Dominic: Ich habe viele Jahre Fußball gespielt. Umso mehr freut es mich, jetzt an einem neuen Raum für Sportler mitzuwirken. Vielleicht werde ich den ersten Ball ans Lattenkreuz schießen – Hauptsache, nicht daneben. BAUVORHABEN Sporthalle, Espelkamp BAUHERR Stadt Espelkamp PROJEKTLEITUNG Dominic Heuer, Anna Mittmann, Toni Mercaldi 47 m x 51 m TEILBAR IN 3 HALLENTEILE 368 TRIBÜNENPLÄTZE Zwischen Rundturnhalle und Sportplatz realisiert der KÖGEL Schlüsselfertigbau die neue Stadtsporthalle für Espelkamp. » Wir übergeben das Projekt inklusive aller Sportgeräte – vom Tor bis zur Matte. «

12 SCHLÜSSELFERTIGBAU NACH ERFOLGREICHEN PROJEKTEN IN HERFORD, PADERBORN UND LÜBBE CKE ARBEITET DER KÖGEL SCHLÜSSELFERTIGBAU BEREITS ZUM VIERTEN MAL MIT DER BSB GMBH ZUSAMMEN. Für die auf land- und forstwirtschaftliche Betriebe spezialisierte Steuerberatung realisiert das Team in Meschede ein neues Verwaltungsgebäude. VIER GEWINNT Der Neubau umfasst ein dreigeschossiges Verwaltungsgebäude, welches durch eine separate Garage inklusive Carport und E-Ladesäule sowie ansprechend gestaltete Außenanlagen ergänzt wird. »Im Mittelpunkt steht die Schaffung nachhaltiger, funktionaler und zukunftsorientierter Arbeitsplätze für die Mitarbeiter der BSB«, sagt Bauleiter Elias Ferres. Baustart war im Juni, die Fertigstellung ist für Sommer 2026 geplant. Richtfest im November Aktuell befindet sich der Rohbau auf der Zielgeraden. »Wir sind optimistisch, dass das BAUVORHABEN Verwaltungsgebäude BSB, Meschede BAUHERR BSB GmbH – Landwirtschaftliche Buchstelle PROJEKTLEITUNG Bastian Sülberg-Tewes, Elias Ferres ARCHITEKT Scharping & Partner Architekten Richtfest wie geplant im November, also rechtzeitig vor dem Winter, stattfinden kann«, sagt Projektleiter Bastian Sülberg-Tewes. Beide loben die offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der BSB und dem Architekturbüro Scharping & Partner. »Die partnerschaftliche Arbeitsweise erleichtert viele Prozesse und trägt maßgeblich zum erfolgreichen Projektverlauf bei«, sind sie überzeugt. »Das neue Verwaltungsgebäude entsteht auf einem neu erschlossenen, bislang unbebauten Grundstück. Die BSB GmbH ist aktuell noch Mieter in einem benachbarten Altbau und möchte mit dem neuen Gebäude die bislang » Die partnerschaftliche Arbeitsweise erleichtert viele Prozesse und trägt maßgeblich zum erfolgreichen Projektverlauf bei.«

13 SCHLÜSSELFERTIGBAU getrennten Standorte Brilon und Meschede zusammenführen«, weiß Sülberg-Tewes. Nachhaltigkeit soll dort künftig im Fokus stehen – kein Wunder, dass der Neubau intern bereits als »grünes Zentrum Meschede« bezeichnet wird. Für den gelernten Zimmermann Elias Ferres ist der Holz-Dachstuhl ein besonderes technisches Highlight – erstmals realisiert das Team diesen bei einem Projekt. Bastian SülbergTewes begeistert sich für die hochwertige Klinkerfassade, die in der Umgebung einzigartig ist und dem Gebäude nicht nur eine besondere Optik, sondern auch Langlebigkeit und Wertigkeit verleiht. Helmkamera dokumentiert Wege auf der Baustelle Ein strukturierter Bauzeitenplan sowie der Einsatz von Lean Management ermöglichen es dem KÖGEL Schlüsselfertigbau, die Abläufe optimal zu koordinieren und die Schnittstellen zwischen den beteiligten Gewerken effizient zu steuern. »So werden Überschneidungen vermieden und ein reibungsloser Baufortschritt sichergestellt«, unterstreichen die beiden. Während der gesamten Bauphase kommt PlanRadar zum Einsatz – ein digitales Tool, das Aufgaben direkt im Bauablauf erfasst und an die entsprechenden Gewerke 800 m2 BRUTTOGRUNDFLÄCHE 42 ARBEITSPLÄTZE 950 m2 AUSSENANLAGEN MIT BEPFLANZUNG weiterleitet. Zudem wird aktuell die neue Funktion SiteView getestet: Mit einer 360-Grad-Helmkamera werden festgelegte Wege auf der Baustelle dokumentiert, woraus ein präzises 3D-Modell entsteht. So lassen sich Fortschritte und Änderungen lückenlos nachvollziehen und dokumentieren – ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung und Transparenz. Die Visualisierung zeigt, wie das KÖGEL Team das Verwaltungsgebäude im Sommer 2026 schlüsselfertig an die BSB übergeben wird. Elias Ferres mit 360Grad-Helmkamera und Bastian Sülberg-Tewes (v. l.) leiten das Bauvorhaben in Meschede.

BAUVORHABEN Wassertransportleitung Rahdener Straße, Lübbecke BAUHERR NGL Netzgesellschaft Lübbecke mbH PROJEKTLEITUNG Stefan Lükens, Markus Düpjan POLIER Ralf Schulze 14 TIEF UND ROHRLEITUNGSBAU SPEZIALWISSEN MACHT DEN UNTERSCHIED EIN WICHTIGES BAUPROJEKT FÜR DIE WASSERVERSORGUNG IN LÜBBECKE SETZTE DER KÖGEL TIEFBAU IN DIESEM SOMMER AN DER RAHDENER STRASSE ERFOLGREICH UM. Mitten in der Innenstadt erneuerte das Team auf rund 470 Metern die Trinkwassertransportleitung. Vor allem das Spezialwissen, das die Kollegen im Rohrleitungsbau mitbringen, trug zu einer e zienten Umsetzung bei.

TIEF UND ROHRLEITUNGSBAU 15 Das motivierte Projektleitungsduo Stefan Lükens und Markus Düpjan (v. l.). Seit 1937 hatte sich in der alten Gusseisenleitung Inkrustation gebildet, die vom KÖGEL Team mit dem Scraper entfernt werden musste. Was möglich war, wurde vorproduziert– die letzten Rohrverbindungen schweißten Dennis Böttger und Luca Gützla vor Ort. Unterstützt wurden sie dabei vom Baggerfahrer Michael Lohmeyer, einem langjährigen KÖGEL Partner. 470 m TRINKWASSERLEITUNG 45 GESETZTE ROHRVERBINDUNGEN 225 mm AUSSENDURCHMESSER PE ROHRLEITUNG » Im positiven Sinn haben wir die Lizenz zum Töten.« Zum Einsatz kam das sogenannte »Relining-Verfahren«. Dabei werden neue Leitungen in die bestehende Rohrstruktur eingezogen. »Das ist schneller und kostengünstiger, weil man hier über Kopflöcher arbeitet und nicht die gesamte Straße aufnehmen muss«, erklärt Projektleiter Stefan Lükens. Diese Methode wird selten genutzt, da sie nur möglich ist, wenn auf dem betroffenen Leitungsabschnitt keine Hausanschlüsse vorhanden sind. »In diesem Fall waren die Voraussetzungen gegeben, wodurch sich das Verfahren gut umsetzen ließ. Da es aber eben keine Standardmethode ist, braucht man für solche Projekte spezialisierte Firmen wie KÖGEL«, ergänzt Bauleiter Markus Düpjan. Mit dem Scraper gegen Ablagerungen Die Arbeiten waren erforderlich, weil die alten gusseisernen Wasserleitungen in Lübbecke aus dem Jahr 1937 stammten. Es zeigten sich die ersten Schwachstellen, was an anderen Orten des Stadtgebiets schon zu ersten Rohrbrüchen geführt hatte. »Zudem hatten sich an den Innenwänden der Wasserleitungen über die Jahre mineralische Ablagerungen gebildet, die als Inkrustationen bezeichnet werden«, berichtet Markus Düpjan. Damit die neue Leitung gleichmäßig aufliegt, mussten diese Rückstände vor dem Einzug gründlich entfernt werden. Diese Aufgabe übernahm der »Scraper«, eine Art Kratzbürste, die mit gefächerten Federblechen an der Innenwand der Leitung entlangfährt. »Da der Scraper gezogen wird, sieht er fast aus wie eine Spinne oder ein Tausendfüßler, der sich durch die Leitung bewegt«, berichtet Stefan Lükens erheitert. Wichtige Zerti zierung »Weil die Haupttransportleitung nur so kurz wie möglich außer Betrieb genommen werden durfte, war eine sorgfältige Vorfertigung und Vorbereitung aller Arbeitsschritte unerlässlich«, unterstreicht Markus Düpjan. Dass dieses Projekt dem kompetenten Team um Stefan Lükens übertragen wurde, kommt nicht von ungefähr: Neben langjähriger Erfahrung im Rohrleitungsbau besitzen sie die große W1-Zulassung, die wichtigste Zertifizierung nach dem DVGW-Regelwerk im Bereich Wasser. »Im positiven Sinn haben wir die ›Lizenz zum Töten‹, denn wir sorgen dafür, dass alle Bakterien im Trinkwasser zuverlässig bekämpft werden«, sagt der Projektleiter mit einem Augenzwinkern.

DAS KLINIKUM REGION HANNOVER BETREIBT AM STANDORT WUNSTORF UNTER ANDEREM EINE ERWACHSE NENPSYCHIATRIE. Für diese soll nun ein Neubau, bestehend aus einem Stationsgebäude mit sechs Stationen und jeweils 19 Betten sowie einem Sozialzentrum mit Cafeteria und Mehrzwecksaal, realisiert werden. Vor Ort im Einsatz: das Team des KÖGEL Tiefbaus. TEAMWORK AUF DIE 1 ANSPRUCHSVOLLE BAUAUFGABE GEMEINSAM GELÖST Jean Schumacher, Jens Oliver Prüßner, Simon Fallak, Noah Münchow, Redan Elias und Andreas Neufeld (v. l.) erstellen die benötigte Infrastruktur für den Klinikneubau. 16 TIEF UND ROHRLEITUNGSBAU

17 TIEF UND ROHRLEITUNGSBAU Simon Fallak und Jens Oliver Prüßner hielten Jean Schumacher (v. l.) als gutes Team den Rücken während seiner Elternzeit frei. Von Mai bis Oktober übernahm die Mannschaft um Jean Schumacher, Simon Fallak und Jens Oliver Prüßner die notwendigen Tiefbaumaßnahmen in Form von Erd- und Abbrucharbeiten sowie Umverlegungen und Neubauten. Die Vielzahl der Arbeiten bei einem ambitionierten Zeitplan stellte eine anspruchsvolle Aufgabe dar, die das Team noch stärker zusammenwachsen ließ, wie Projektleiter Jean Schumacher berichtet. ? Welche Arbeiten habt ihr für den Neubau der Erwachsenenpsychiatrie übernommen? Der Hauptteil unserer Arbeiten waren Kanalbautätigkeiten. Wir haben knapp 1.000 Meter Rohrleitungen verlegt, teils als Doppelkanal, teils als Einzelstränge. Außerdem haben wir an bestehende Kanäle angeschlossen, was etwas Feinarbeit erforderte. Hinzu kamen rund 35 Schächte, teilweise bis zu drei Meter tief für die Regen- und Schmutzwasserkanäle. Ebenso haben wir eine neue Fernwärmeleitung verlegt, die von den Experten aus dem KÖGEL Rohrleitungsbau ausgeführt wurde. Die Kollegen haben die bestehende Leitung zurückgebaut und durch mehrere Meter neue Leitung ersetzt. Innerhalb des Baufelds haben wir außerdem fast 1.000 Meter eines Kabelleerrohrsystems verlegt, wobei wir stellenweise platztechnisch etwas eingeschränkt waren. Leerrohrschächte, Löschwasserleitungen sowie ein Ölabscheider und eine Hebeanlagen für eine große Rigole, die Regenwasser au ängt und kontrolliert in den nahe gelegenen Fluss Südaue ableitet, gehörten ebenfalls zum Auftrag. ? Das sind sehr viele Arbeiten. Wie habt ihr sichergestellt, dass alle pünktlich fertig wurden? Vor allem durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Hauptplaner für den später erfolgenden Hochbau und den Fachplanern für Fernwärme, Entwässerung, Kabel und Leerrohrschächte Mit beiden haben wir uns intensiv ausgetauscht. Die Bauzeit war knapp kalkuliert, sodass wir unter hohem Zeitdruck standen. Dennoch gelang es, durch den Einsatz umsetzungsstarker KÖGEL Kolonnen und schwerer Großgeräte, darunter zwei parallel arbeitende 32-Tonnen-Bagger, zügig voranzukommen. Die exible Einteilung der Kolonnen und die zusätzliche Unterstützung zahlten sich spürbar aus, sodass wir den Zeitplan einhielten. ? Musstet ihr zusätzliches Personal einsetzen? Ja. Eine eigentlich für ein anderes Projekt vorgesehene Kolonne konnte kurzfristig aushelfen. Unser erfahrener Polier Jörg Wolle war mit seinen Kollegen vier Wochen durchgehend im Einsatz. Sie scha ten es, einen Großteil der Kanalarbeiten abzuschließen, was das gesamte Baustellenteam deutlich entlastete. ? Also Note 1 für das Teamwork? Auf jeden Fall. Besonders positiv wirkte sich auch der Zusammenhalt in der Gruppe aus, etwa während der Phase meiner Elternzeit. Die Aufgaben wurden gut verteilt und aufgefangen, ohne dass es zu Engpässen kam. Für Simon Fallak, der seit Ende letzten Jahres durch unseren Zusammenschluss mit Kle - mann in unser Team gekommen ist, waren das wohl besonders intensive und lehrreiche vier Wochen. Er hat alle entscheidenden Prozesse bei KÖGEL miterlebt und auch mitgestalten können. Eine Erfahrung, die ihn fachlich spürbar weitergebracht hat. ? Was war dein persönliches Highlight bei diesem Bauprojekt? Ich habe den Projektstart zwar während meiner Elternzeit vorbereitet, die eigentlichen Herausforderungen begannen aber erst in meiner Auszeit. In dieser Phase stieg Simon von Kle mann ein und wurde von Jens sowie dem gesamten Team engagiert unterstützt. Erfahrene Kollegen wie Jörg Wolle, Andreas Neufeld und Fevzi Aksan sorgten ebenfalls dafür, dass das Projekt reibungslos voranschreiten konnte. Nach meiner Rückkehr el mir der Wiedereinstieg leicht, da das Team den Übergang bestens aufgefangen und weitergetragen hatte. 35 SCHÄCHTE 1.000 m ENTWÄSSERUNGSLEITUNGEN SOWIE KABELLEEROHRSYSTEM 136 m3 REGENWASSERRIGOLE MIT 136 M³ VOLUMEN BAUVORHABEN Tiefbauarbeiten für neue Erwachsenenpsychiatrie, Wunstorf BAUHERR KRH Psychiatrie GmbH PROJEKTLEITUNG Jean Schumacher, Simon Fallak POLIERE Jens Oliver Prüßner Jörg Wolle » Die Aufgaben wurden gut verteilt und aufgefangen, ohne dass es zu Engpässen kam.«

18 INGENIEURBAU WEIL EINES DER ÄLTESTEN PUMPWERKE IN WUNSTORF AN SEINE LEISTUNGSGRENZEN GEKOMMEN WAR, BEAUF TRAGTE DIE NIEDERSÄCHSISCHE STADT DEN KÖGEL INGENIEURBAU MIT DEM NEUBAU. Um das Abwasserspeichervolumen zu verbessern, errichtete das Team um Johannes Frohwitter außerdem einen Stauraumkanal. Das Bauvorhaben hat es in sich – besonders unterhalb der Geländekante, wie der KÖGEL Projektleiter berichtet. AUSSERGEWÖHNLICHER EINSATZ MIT TAUCHERN UND UNTERWASSERBETON Das KÖGEL Team hat das anspruchsvolle Bauwerk Stück für Stück bis auf 9 Meter abgesenkt. Danach brachte ein Taucher die Sohle aus Unterwasserbeton ein. Die Baugrubensohle wäre vom Grundwasser hochgedrückt worden. ? Aber ihr hattet eine passende Lösung parat? Genau. Wir haben der Stadt Wunstorf vorgeschlagen, das Verfahren auf einen Absenkkasten mit Unterwasserbeton zu ändern. Der ist zwar auch komplex im Einbau, funktioniert aber. Das geänderte Verfahren musste statisch neu bemessen werden, da die technischen Anforderungen entsprechend hoch sind. Wir haben im Sommer den Absenkkasten betoniert – das sind neun Meter hohe Wände ? Johannes, was genau baut dein Team in Wunstorf? Wir erstellen in Wunstorf ein neues Schmutzwasserpumpwerk. Dazu gehört auch ein Stauraumkanal aus glasfaserverstärktem Kunststoff, kurz GFK. ? Dabei wurdet ihr zunächst mit großen Herausforderungen konfrontiert. Ja, denn das gesamte Pumpwerk war ursprünglich in einem Spundwandkasten mit einer abdichtenden Lehmsohle geplant. Dieser ließ sich nicht realisieren, weil der Nachweis für den hydraulischen Grundbruch nicht gegeben war. Heißt:

19 INGENIEURBAU KANAL TIEFE bis zu 5 m BAUVORHABEN Pumpwerk und Stauraumkanal, Wunstorf BAUHERR Stadt Wunstorf PROJEKTLEITUNG Johannes Frohwitter POLIERE Roger Bartsch, Peter Hübert mit einer Schneide am Wandfuß – und mit der Absenkung begonnen. Das bedeutet: Durch das Ausbaggern von innen sackt der Kasten nach und nach ab, bis er irgendwann an seinem Platz unterhalb der Geländeoberkante angekommen ist. ? Wie ging es danach weiter? Indem viele Arbeiten parallel laufen und alle Gewerke Hand in Hand arbeiten, können wir das Bauvorhaben besonders strukturiert und effizient durchführen. So starten wir nach dem Absenken mit dem Kanalbau für den zusätzlichen Stauraumkanal. Parallel dazu führen wir den weiteren Rohbau des Pumpwerks aus. Hierbei setzten wir auch Taucher ein, die den wichtigen Unterwasserbeton für die Abdichtung einbringen. Gleichzeitig mit dem Rohbau werden wir den Kanalbau abschließen. Zuletzt werden die Ausbaugewerke im Pumpwerk tätig und installieren die bauseitige Pumpentechnik. ? Unterwasserbeton – das klingt spannend. Wieso ist dieser Spezialbaustoff bei diesem Bauvorhaben erforderlich? Der Absenkkasten steht im Grundwasser. Deshalb wird ein spezieller Beton eingebracht, dessen Bestandteile sich in Wasser nicht entmischen und bei dem die Festigkeit nicht leidet. Diese Betonplombe dichtet den Senkkasten so weit ab, dass die Bauwerkssohle im Trockenen erstellt werden kann. ? Also alles in allem ein Bauprojekt, das für dich und dein Team außergewöhnlich ist? Ja, das stimmt. Mein persönliches Highlight sind definitiv die tiefen Baugruben und das Absenkverfahren – eine Vorgehensweise, die für mich eine Premiere war. Beeindruckend, wenn der Absenkkasten in einer Woche wie von Zauberhand nach unten geht. Solche Projekte sind auch bei KÖGEL BAU etwas Besonderes. So guckte der Absenkkasten im Prozess über der Geländeoberkante hervor. Das Baufeld im Überblick: Rechts das Herzstück der Maßnahme, der Absenkkasten, und links entsteht der dazugehörige Stauraumkanal. ABSENKSCHACHT MIT SOHLE AUS UNTER WASSERBETON 9 m Polier Peter Hübert und Projektleiter Johannes Frohwitter (v. l.) sind Experten für anspruchsvolle Ingenieurbauvorhaben wie dieses.

20 INGENIEURBAU NACHHALTIGES PROJEKT GEMEINSCHAFTLICH UMGESETZT ÜBERSCHÜSSIGE WÄRME FÜR PRODUKTIONSPROZESSE IN DER INDUSTRIE NUTZEN: DIESES NACHHALTIGE KONZEPT PLANTEN DER KRAFTWERKSBETREIBER E.ON UND DAS BENACHBARTE BAYER WERK IN BERGKAMEN. Für die Umsetzung ist eine sogenannte Dampfauskopplung erforderlich. Ähnlich wie bei einer Fernwärmeleitung wird der Dampf aus dem Kraftwerk über eine isolierte Rohrleitung zu Bayer geführt. Die Realisierung übernahmen zwei KÖGEL Teams gemeinschaftlich. BAUVORHABEN Dampfauskopplung E.ON-Bayer, Bergkamen BAUHERR E.ON Energy Solutions GmbH PROJEKTLEITUNG Mario Celuch POLIERE Carsten Kanopfer, Sergej Derksen Während KB Anlagenbau den Bau der Rohrleitungstrasse mit sämtlicher technischer Ausstattung übernahm, bestand die Aufgabe des KÖGEL Ingenieurbaus darin, die Fundamente für die 650 Meter lange Trasse zu errichten. Auch die Erdungsanlage fiel in den Verantwortungsbereich von Projektleiter Mario Celuch und seinem Team. »KB Anlagenbau wurde zuerst von E.ON beauftragt und hat uns in Gesprächen mit dem Auftraggeber ins Spiel gebracht. Da unser Angebot für den Betonbau auch überzeugen konnte, haben wir das Projekt gemeinsam ausgeführt«, erläutert Celuch die Hintergründe der Zusammenarbeit. Beide waren von Oktober 2024 bis Sommer 2025 vor Ort. Hohe Sicherheitsvorgaben »Ursprünglich war vorgesehen, alle Bauteile direkt dort zu betonieren«, erinnert er sich. »Gemeinsam mit dem Auftraggeber wurde dieses Vorgehen jedoch überarbeitet und auf Fertigteile umgestellt. Diese Variante lässt sich nicht nur schneller umsetzen, sondern ist bei den ausgeschriebenen Mengen oft auch wirtschaftlicher«, erläutert er. Ein weiterer Grund für die Entscheidung waren die GegeSynergiee ekte nutzen bei diesem Projekt nicht nur KB Anlagenbau und KÖGEL Bau, sondern auch E.ON und Bayer. Mithilfe der neuen Dampfauskopplung wird die überschüssige Wärme des Kraftwerkbetreibers in der Produktion von Medikamenten eingesetzt.

21 INGENIEURBAU »Durch die Verwendung von Fertigteilen ließ sich die Anzahl der beteiligten Arbeiter vor Ort deutlich verringern.« benheiten am Standort. »Bei E.ON und Bayer haben Sicherheitsvorgaben sowie der Umgang mit externen Firmen auf dem Werksgelände eine hohe Bedeutung«, weiß der Projektleiter. »Durch die Verwendung von Fertigteilen ließ sich die Anzahl der beteiligten Arbeiter vor Ort deutlich verringern. Statt einer kompletten Betonbaukolonne mit aufwendiger Logistik wurden die fertigen Elemente direkt angeliefert und montiert, was den Ablauf deutlich vereinfacht und sicherer gemacht hat.« Gemeinsame Lösungen, verbesserte Abläufe Zwischen dem KÖGEL Ingenieurbau und dem Tochterunternehmen KB Anlagenbau 650 m ROHRLEITUNGSTRASSE bis zu 13,5 t GEWICHT PRO FUNDAMENT 95 FUNDAMENTE stimmte in vielerlei Hinsicht die Chemie – auch, weil zwischen Rohrleitungsbau und Betonbau viele Abhängigkeiten bestehen. »Es ist wichtig, dass alles exakt aufeinander abgestimmt ist, damit die Leitungen später richtig zusammenpassen und die Anordnung stimmt«, betont Mario Celuch. Auch der Austausch vor Ort war durchweg reibungslos. »Durch die enge Zusammenarbeit konnten wir immer wieder gemeinsame Lösungen für Herausforderungen finden, Abläufe verbessern und anpassen«, fasst der Projektleiter die Synergieeffekte zusammen. »So entstand am Ende die beste Lösung für den Auftraggeber, da alle Hand in Hand gearbeitet und sich gegenseitig unterstützt haben.« Sergej Derksen, Mario Celuch und Carsten Kanopfer (v. l.) aus dem KÖGEL Ingenieurbau haben die Fundamente für die Rohrleitungstrasse sowie die Erdungsanlage realisiert. Schwere Fundamente erfordern schwere Maschinen – neben Bagger und Radlader waren auch Autokran und Tie ader in Bergkamen im Einsatz. Damit die von KB Anlagenbau gefertigten Rohrleitungen und die Fundamente genau zusammenpassten, stimmten sich die beiden KÖGEL Teams eng ab.

22 BAUSANIERUNG Nachher Vorher CELLER PARKDECKS WIEDER FIT FÜR DIE ZUKUNFT MIT INSGESAMT 572 PKW STELLPLÄTZEN BIETEN DIE PARKDECKS AM MASCHPLATZ UND LANGENSALZAPLATZ IN CELLE WICHTIGEN PARKRAUM FÜR ANWOHNER UND BESUCHER. Allerdings stammen beide aus den Siebzigerjahren. Um diese t für die kommenden Jahre zu machen, waren Sanierungsarbeiten erforderlich. Von März bis Juni brachte die KÖGEL Bausanierung die Gebäude im Auftrag der Celler Parkbetriebe wieder auf Vordermann. Bauleiter Benedikt Lücke erklärt im Interview die Hintergründe zu den Bauarbeiten. ? Welche Leistungen habt ihr an der Parkpalette am Maschplatz ausgeführt? Am Maschplatz haben wir die alte Beschichtung der Rampe vom Erdgeschoss ins erste Obergeschoss entfernt und eine Betoninstandsetzung durchgeführt. Danach haben wir eine neue Abdichtung mit Nutzschicht aufgebracht – somit sind die Schäden im alten Beton, die das Schleppwasser der ein- und ausfahrenden Autos erzeugt hatte, passé. Zudem haben wir die Stützen saniert, um die Statik der Parkpalette langfristig zu stärken. ? Gab es besondere Herausforderungen bei diesem Parkdeck? Die obere Etage des Parkdecks konnten wir für die Arbeiten an der Rampe vollständig sperren, was für uns natürlich unkompliziert war. Unten lief der Parkbetrieb während der Bauarbeiten aber weiter. Bei der Sanierung der Stützen konnten wir daher nur abschnittsweise sperren. Besonders schwierig war es mit den vielen Dauerparkern, die monatelang an Ort und Stelle standen. Die konnten wir nicht einfach darum bitten, ihr Auto umzuparken. Der enge Austausch und die gute Zusammenarbeit mit den Celler Parkbetrieben war hier der Schlüssel, da sie ein Fahrzeug zur Verfügung hatten, mit dem sie die Autos bei Bedarf kurzfristig umparken konnten. Unser Kollege Timo Wolfestieg hat das vor Ort alles souverän koordiniert. ? Warum war das Projekt für Timo Wolfestieg etwas Besonderes? Eigentlich arbeitet Timo als Facharbeiter. In den Projekten hat er erstmalig die Tätigkeiten des Poliers übernommen, um zu sehen, ob die Weiterbildung etwas für ihn ist. Deshalb waren die beiden Sanierungsmaßnahmen für ihn persönlich sicherlich erst mal eine große Herausforderung, an der er aber auch gewachsen ist und die ihm Freude bereitet hat. ? Inwiefern unterschied sich das zweite Projekt am Parkdeck Langensalzaplatz von den Instandsetzungsmaßnahmen am Maschplatz? Fit für die Zukunft machte Benedikt Lücke aus der KÖGEL Bausanierung das Celler Parkdeck am Maschplatz.

23 BAUSANIERUNG BAUVORHABEN Parkdecksanierungen, Celle BAUHERR Celler Parkbetriebe GmbH PROJEKTLEITUNG Benedikt Lücke POLIER Timo Wolfestieg PLANER ap Ingenieure GmbH Am Langensalzaplatz haben wir eine Betoninstandsetzung durchgeführt und die Treppenhäuser neu beschichtet, um die Standsicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten und das Gebäude dauerhaft sicher zu machen. Der Auftrag an dieser Parkpalette war im Vergleich zum Maschplatz ein kleinerer, weshalb wir hier auch nur einen Monat von Mitte März bis Mitte April im Einsatz waren. ? Was hat euch als Team bei den beiden Sanierungen am meisten Freude bereitet? Besonders große Freude hat mir als Projektleitung das positive Feedback der Celler Parkbetriebe bereitet. Die waren wirklich super zufrieden mit uns und kennen das von anderen Sanierungsprojekten ihrer Parkhäuser auch anders. Beim Langensalzaplatz ergab sich sogar ein neuer Auftrag, weil die Verantwortlichen der benachbarten Schule unsere Arbeit so beeindruckend fanden, dass sie angefragt haben, ob wir ihre Sanierungsmaßnahme auch ausführen können. ? Also lief die Zusammenarbeit mit dem Kunden sehr gut? Auf jeden Fall – übrigens auch mit dem Planer ap Ingenieure. Jede Woche hatten wir eine Baubesprechung mit allen Projektbeteiligten, die jedoch selten länger als 10 Minuten ging, weil es einfach keine größeren Anmerkungen oder Probleme gab. Wenn das Wetter schlecht war und wir nicht betonieren oder abdichten konnten, informierten wir darüber und alle wussten, dass es einfach nicht möglich ist und hatten Verständnis dafür. Timo stand zudem im ständigen Kontakt mit den zuständigen Ansprechpartnern, was die Zusammenarbeit sehr effizient machte. Es hat echt Spaß gemacht, mit den Celler Parkbetrieben zu arbeiten. Im Parkdeck am Langensalzaplatz sanierte das Team um Benedikt Lücke und Timo Wolfestieg die Treppenhäuser. Bei der Instandsetzung der Stützen am Maschplatz wurden im Erdgeschoss immer nur Teilbereiche gesperrt, damit der Parkbetrieb trotz Bauarbeiten weiterlaufen konnte. 2 PARKDECKS 572 PKW STELLPLÄTZE 30 SANIERTE STÜTZEN

24 BAUSANIERUNG Die Zusammenarbeit zwischen KÖGEL und dem Chemieunternehmen kam über Horst Haake zustande. Der erfahrene Projektleiter hatte für den Kunden bereits mehrere Maßnahmen, wie Tiefbauarbeiten, eine Kläranlage oder Umbauten im Bestand, realisiert – oft im laufenden Betrieb, mit engen Abstimmungen und dem stetigen Fokus, die Produktion möglichst schnell wieder aufzunehmen. »Genau diese Art der ZusammenSTAMMKUNDE VERTRAUT AUF FLEXIBILITÄT UND LÖSUNGSORIENTIERUNG MIT DEM NEUEN BEREICH BAUEN IM BESTAND HAT KÖGEL SEIN LEISTUNGSSPEKTRUM ANFANG DES JAHRES ERWEITERT. Ihre Kompetenzen bei komplexen Projekten für Industrie- und Gewerbekunden stellen die Fachleute seit September in Marl unter Beweis: Für ein international agierendes Chemieunternehmen übernimmt das Team um Horst Haake und Stefan Pott den Neubau eines Produktionsgebäudes für eine Mineralsalzanlage. Ebenfalls mit am Start: die KÖGEL Baubereiche Hoch- und Schlüsselfertigbau. arbeit hat der Kunde geschätzt und uns deshalb mit diesem Großprojekt beauftragt«, erläutert Bereichsleiter Stefan Pott. Laufender Produktionsbetrieb im Blick Auf dem ehemaligen Hoesch-Gelände betreibt das Unternehmen Evonik den Chemiepark Marl und vergibt Parzellen, auf denen Unternehmen selbst bauen können. Der Vorteil: Infrastruktur wie Werksfeuerwehr, Sicherheitsdienste und ein zentrales Pförtnerkonzept gibt es bereits und können von allen Chemieunternehmen gemeinsam genutzt werden. Aufgrund der komplexen Anforderungen in Bezug auf die Produktionstechnik sind Flexibilität und Lösungsorientierung gefordert. »Der Bauablauf muss sehr eng mit den AnforDas Baufeld für das neue Produktionsgebäude im Juni 2025.

25 BAUEN IM BESTAND 5-geschossiges PRODUKTIONSGEBÄUDE derungen der Produktion abgestimmt werden«, betont Stefan Pott. »Immer den laufenden Betrieb im Blick zu behalten, ist eine echte Herausforderung, die aber für uns genau den Kern von Bauen im Bestand ausmacht«, ist er überzeugt. »Wir bekommen eine fertige Ausführungsplanung und begleiten das Projekt dann bis zur schlüsselfertigen Übergabe, inklusive aller Abstimmungen und Koordinationen«, umreißt der Bereichsleiter den Leistungsumfang. Während der Bauphase müssen schon große Teile der Produktionstechnik integriert werden. »Sobald das Gebäude dicht ist, geht das nicht mehr«, unterstreicht er. Individuelle Lösungen sparen Zeit und Kosten Die Abstimmung der KÖGEL Mannschaft mit dem Kunden ist eng und konstruktiv. »Schon im Vergabegespräch haben wir signalisiert, dass wir Lösungen mitbringen und flexibel sind«, berichtet Stefan Pott. Das bewies das Team zum Beispiel mit einer alternativen Abdichtung des Kellerbereichs als Braune Wanne, welche nun umgesetzt wird. »Diese Bauweise ist in Österreich und Großbritannien weit verbreitet und wurde von uns erfolgreich bei anderen Bauvorhaben realisiert. Der Clou: Im Gegensatz zur klassischen schwarzen Wanne, die allein durch eine äußere Abdichtung gegen Wasser schützt, steht die braune Wanne mit einer zusätzlichen äußeren Abdichtungsschicht in Verbindung mit dem Beton«, erläutert Horst Haake. »Neben einem besonders hohen Schutz vor eindringendem Wasser ist diese Variante sogar kostengünstiger und schneller umsetzbar.« »Das Bauvorhaben in Marl passt perfekt zum KÖGEL Jahresmotto: LÖSUNGEN – Gemeinsam Mehrwert schaffen«, findet Stefan Pott. »Unser vor Kurzem gegründeter Bereich ›Bauen im Bestand‹ hat für dieses Großprojekt den Hoch- und Schlüsselfertigbau als weitere KÖGEL Kompetenzen mit ins Boot geholt. GEMEINSAM SICHER STARK führen wir diesen Auftrag nun zusammen aus.« 3-geschossiges REGIEGEBÄUDE 22 Monate BAUZEIT BAUVORHABEN Produktionsgebäude, Marl BAUHERR International agierendes Chemieunternehmen PROJEKTLEITUNG Horst Haake, Stefan Pott POLIER Ronny Pohle So sieht die Produktion des Chemieunternehmens in Marl im Sommer 2027 aus.

26 UNTERNEHMENSGRUPPE RECYCLING MIT WEITBLICK 1998 startete das Unternehmen offiziell mit dem Recycling von Baustoffen. Bereits verbautes Material wie Beton, Asphalt, Schotter oder Sand wurde beim Abbruch sortenrein getrennt und nach einer Aufbereitung erneut eingebaut. Anstatt einmal verwendete Ressourcen zu entsorgen, verwendete Kleffmann diese wieder – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig ermöglichte dieses Vorgehen Nebenangebote mit abweichenden, aber zugelassenen Materialien, abzugeben, was sich schnell in Form von öffentlichen und privaten Aufträgen auszahlte. Genehmigung dauerte sieben Jahre Entsprach die angelieferte Menge an aufzubereitendem Material anfangs fast genau dem, was wiederverwertet wurde, so reichten die KLEFFMANN BESCHÄFTIGT SICH SEIT 1997 MIT DEM THEMA BODENMANAGEMENT UND BEWIES DAMIT PIONIER GEIST, MUT UND UNTERNEHMERISCHEN WEITBLICK. Heute setzt das KÖGEL Tochterunternehmen aus Hüllhorst Maßstäbe beim Recycling von Baumaterialien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. vorhandenen 10.000 Quadratmeter Betriebs- und Lagerfläche am Betriebssitz bald nicht mehr aus. »Glücklicherweise wurde nur 800 Meter entfernt eine Ausgrabungsfläche frei, die wir übernehmen konnten«, sagt Olaf Kleffmann. »Leider dauerte deren Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz statt der üblichen ein bis zwei Jahre sieben Jahre, sodass wir dort erst 2016 durchstarten konnten«, so der Geschäftsführer. Aufbereitete Materialien schonen Ressourcen Seitdem können Materialien gezielter und in größeren Mengen vorsortiert und hochwertiger aufbereitet werden. Besonders beim Recycling-Schotter zeigt sich das in der konstant erreichten höchsten Qualitätsstufe (RC-1). Ei- »Mitte der Neunziger standen wir vor der Herausforderung, dass eine angemessene Vergütung unserer baulichen Qualität durch die öffentliche Hand nicht gegeben war«, erinnert sich Olaf Kleffmann. »Um uns dennoch Aufträge zu sichern, haben wir den Einsatz von Alternativbaustoffen geprüft. Diese recycelten Materialien boten eine gleichwertige Qualität, waren aber kostengünstiger«, erläutert er. Zu dieser Zeit war das ein mutiger Schritt, denn viele Auftraggeber und Behörden standen solchen Lösungen zunächst skeptisch gegenüber. Trotzdem war Olaf Kleffmann von der Idee und der damit verbundenen Ressourcenschonung überzeugt und schaffte im April 1997 eine erste Siebanlage an. Mit der Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz im Juni Olaf Kle mann begeistert sich seit Jahrzehnten für die Themen Recycling und Bodenmanagement. 1997 war er mit seinem Betrieb ein Pionier auf diesem Gebiet und sichert sich dadurch bis heute Wettbewerbsvorteile.

UNTERNEHMENSGRUPPE 27 nen weiteren Schritt brachte die Einführung der Ersatzbaustoffverordnung im August 2023. »Diese gab uns in unserer pionierhaften Vorgehensweise nun auch offiziell recht: Sie stufte recycelte Baustoffe nicht mehr wie zuvor als Abfall, sondern als gleichwertige Produkte ein. Das reduziert Auflagen beim Einbau, erleichtert die Lagerung und schont im Sinne der Nachhaltigkeit natürliche Ressourcen«, freut sich Olaf Kleffmann. Die Kompetenzen in Abbruch, Recycling und Bodenmanagement bringt Kleffmann seit letztem Jahr erfolgreich in die KÖGEL Unternehmensgruppe ein. »Die Möglichkeit, Boden clever zu managen und abgebrochenes Material wiederzuverwenden, schafft einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil«, unterstreicht Olaf Kleffmann. Denn gerade bei größeren Projekten führen durchdachte Konzepte im Bereich Boden und Ressourcen zu den wirtschaftlichsten Lösungen. »Genau dieses Know-how bringen wir ins KÖGEL Netzwerk ein«, so Kleffmann. Auch aus persönlicher Sicht ein relevantes Thema Besonders begeistern Olaf Kleffmann die zunehmende Mechanisierung und die Optimierung gemäß des Kreislaufwirtschaftsgesetzes – ein Thema, das beim Kreis Lippe, Minden Lübbecke und in Detmold nochmals neu und spezifischer aufgegriffen wird, wie er verrät. Das Netzwerk CirQualityOWL plus und der Verein Energie Impuls OWL machen sich hier beispielsweise für Veränderungen stark und unterstützen Unternehmen. Auch die technische Entwicklung beeindruckt ihn: »Ein moderner Bagger kann heute Beton so präzise und mühelos zerkleinern, wie man ein Blatt Papier mit der Hand zerreißt. Das verdeutlicht, wie effizient und fortschrittlich die Prozesse inzwischen ablaufen.« Auch aus persönlicher Sicht hält Olaf Kleffmann das Thema Recycling heute wie damals für relevant. »Als Vater und Großvater sehe ich, wie stark sich die junge Generation für ökologische Nachhaltigkeit interessiert. Wir tragen Verantwortung dafür, dass auch in Zukunft intakte Natur und lebenswerte Räume erhalten bleiben und nicht nur ausgeräumte Flächen zurückbleiben«, unterstreicht er. 10.000–20.000t AUFBEREITETER BODEN PRO JAHR IM DURCHSCHNITT 25.000 m2 AUFBEREITUNGS UND LAGERPLATZ » Wir tragen Verantwortung dafür, dass auch in Zukunft intakte Natur und lebenswerte Räume erhalten bleiben.« 25.000t HERGESTELLTER RECYCLING SCHOTTER PRO JAHR IM DURCHSCHNITT

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