KÖGEL Dialog | AUSGABE 57 | 10/2025

TIEF UND ROHRLEITUNGSBAU 15 Das motivierte Projektleitungsduo Stefan Lükens und Markus Düpjan (v. l.). Seit 1937 hatte sich in der alten Gusseisenleitung Inkrustation gebildet, die vom KÖGEL Team mit dem Scraper entfernt werden musste. Was möglich war, wurde vorproduziert– die letzten Rohrverbindungen schweißten Dennis Böttger und Luca Gützla vor Ort. Unterstützt wurden sie dabei vom Baggerfahrer Michael Lohmeyer, einem langjährigen KÖGEL Partner. 470 m TRINKWASSERLEITUNG 45 GESETZTE ROHRVERBINDUNGEN 225 mm AUSSENDURCHMESSER PE ROHRLEITUNG » Im positiven Sinn haben wir die Lizenz zum Töten.« Zum Einsatz kam das sogenannte »Relining-Verfahren«. Dabei werden neue Leitungen in die bestehende Rohrstruktur eingezogen. »Das ist schneller und kostengünstiger, weil man hier über Kopflöcher arbeitet und nicht die gesamte Straße aufnehmen muss«, erklärt Projektleiter Stefan Lükens. Diese Methode wird selten genutzt, da sie nur möglich ist, wenn auf dem betroffenen Leitungsabschnitt keine Hausanschlüsse vorhanden sind. »In diesem Fall waren die Voraussetzungen gegeben, wodurch sich das Verfahren gut umsetzen ließ. Da es aber eben keine Standardmethode ist, braucht man für solche Projekte spezialisierte Firmen wie KÖGEL«, ergänzt Bauleiter Markus Düpjan. Mit dem Scraper gegen Ablagerungen Die Arbeiten waren erforderlich, weil die alten gusseisernen Wasserleitungen in Lübbecke aus dem Jahr 1937 stammten. Es zeigten sich die ersten Schwachstellen, was an anderen Orten des Stadtgebiets schon zu ersten Rohrbrüchen geführt hatte. »Zudem hatten sich an den Innenwänden der Wasserleitungen über die Jahre mineralische Ablagerungen gebildet, die als Inkrustationen bezeichnet werden«, berichtet Markus Düpjan. Damit die neue Leitung gleichmäßig aufliegt, mussten diese Rückstände vor dem Einzug gründlich entfernt werden. Diese Aufgabe übernahm der »Scraper«, eine Art Kratzbürste, die mit gefächerten Federblechen an der Innenwand der Leitung entlangfährt. »Da der Scraper gezogen wird, sieht er fast aus wie eine Spinne oder ein Tausendfüßler, der sich durch die Leitung bewegt«, berichtet Stefan Lükens erheitert. Wichtige Zerti zierung »Weil die Haupttransportleitung nur so kurz wie möglich außer Betrieb genommen werden durfte, war eine sorgfältige Vorfertigung und Vorbereitung aller Arbeitsschritte unerlässlich«, unterstreicht Markus Düpjan. Dass dieses Projekt dem kompetenten Team um Stefan Lükens übertragen wurde, kommt nicht von ungefähr: Neben langjähriger Erfahrung im Rohrleitungsbau besitzen sie die große W1-Zulassung, die wichtigste Zertifizierung nach dem DVGW-Regelwerk im Bereich Wasser. »Im positiven Sinn haben wir die ›Lizenz zum Töten‹, denn wir sorgen dafür, dass alle Bakterien im Trinkwasser zuverlässig bekämpft werden«, sagt der Projektleiter mit einem Augenzwinkern.

RkJQdWJsaXNoZXIy NzQ0Mjg=