KÖGEL Dialog | AUSGABE 58 | 04/2026

GEMEINSAM | SICHER | STARK TORSTEN RICHTER, Bereichsleiter Ingenieur-, Tief und Rohrleitungsbau DIALOG AUSGABE 58 | 04/2026 BJÖRN HEIDSCHUSTER Logistik

UNSERE BAUVORHABEN Hannover Bremen Hamburg Bielefeld Osnabrück Münster Köln Dortmund Essen Düsseldorf Paderborn Braunschweig Hildesheim Kassel Oldenburg Bochum Rinteln Detmold Werther Borgholzhausen Gütersloh Hameln Koblenz HOCHBAU Campus Handwerk, Bielefeld /// Feuerwache, Lüdenscheid /// Feuerwehr, Ebergötzen /// Gesamtschule, Bielefeld /// Klinikum, Gehrden /// Marienhospital, Steinfurt /// Melanchthonschule, Münster SCHLÜSSELFERTIGBAU Bildungscampus, Herford /// Bredeney-Park, Essen /// Spielbank, Siegburg /// Stadtsporthalle, Espelkamp /// Verwaltungsgebäude, Meschede TIEF- UND ROHRLEITUNGSBAU AGG Mobilitätskonzept, Gehrden /// Bauhof, Minden /// Geibelstraße, Hannover /// Hauptpumpwerk, Rodenberg /// ILS Flughafen, Bremen /// Kanalsanierung, Hagenburg /// Kanalsanierung, Peine /// Liliencronplatz, Hannover /// Rathaus, Springe /// Retentionsbodenfilter, Lübbecke /// Verbindungssammler, Brandheide /// INGENIEURBAU ARA, Munster /// Erneuerung Biologie 2, Paderborn /// Hochbehälter Bökenburg, Vlotho /// Kläranlage, Verden /// Trinkwasserbehälter, Ilsede BAUSANIERUNG Biogasanlage, Worpswede /// Brunnen Winden, Bad Ems /// Parkhaus Bergstraße, Celle /// Parkhaus Neuhäuser Tor, Paderborn /// Tiefgarage Maritim Airport Hotel, Langenhagen BAUEN IM BESTAND Dom, Minden /// Drachengas, Minden /// MIG, Herford /// Mineralsalzanlage, Marl /// Möbel Heinrich, Kirchlengern /// Möbel Heinrich, Steinheim /// Naue, Espelkamp /// Siegfried, Minden KÖGEL BAU RHEINRUHR WEBER1, Essen S. 14 S. 20 S. 22 S. 6 S. 16 S. 18 S. 24 S. 8 S. 10 S. 12 S. 24 S. 24 S. 24 S. 36 S. 24

- LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, Begeisterung steckt an. Sie entsteht dort, wo gute Ideen Raum bekommen. Wo Menschen mit Leidenschaft zusammenarbeiten und gemeinsam mehr erreichen. Mit unserem Jahresmotto BEGEISTERUNG möchten wir genau dieses Gefühl entfachen: bei unseren Mitarbeitern, Kunden und Partnerunternehmen. 2026 begeistern wir durch das, wofür KÖGEL im Kern steht: Qualität, Zuverlässigkeit und Teamwork. Gemeinsam ziehen wir mit unseren Kolleginnen und Kollegen an einem Strang, um für unsere Kunden Lösungen zu entwickeln. In dieser Ausgabe des KÖGEL Dialogs zeigen wir, wie vielfältig Begeisterung in unserem Unternehmen gelebt wird – und wie sie Projekte, Teams und Partnerschaften voranbringt. Ein starkes Beispiel dafür liefert unser Tiefbau, der die vorbereitenden Infrastrukturarbeiten am Klinikum Gehrden erfolgreich abgeschlossen und beim Auftraggeber einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat. Darauf baut unser Hochbauteam nun auf und realisiert den Rohbau Hand in Hand mit dem Tiefbau (S. 6–7). Wie sehr Begeisterung auch in langjährigen Partnerschaften wirkt, zeigt die Zusammenarbeit mit der MERKUR GROUP. Kurze Wege, regionales Vertrauen und offener Austausch bilden hier das feste Fundament. Beim Rohbau der Spielbank in Siegburg konnten wir diese Stärken voll ausspielen – alle wesentlichen Meilensteine lagen perfekt im Zeitplan (S. 12–13). Begeisterung entfaltet sich bei KÖGEL aber nicht nur in Bauprojekten, sondern auch dort, wo Ideen wachsen dürfen und die Zukunft gestalten. Unser jüngstes Tochterunternehmen Kleffmann widmet sich dem Recycling von Baustoffen und setzt damit ein starkes Zeichen für ge- lebte Kreislaufwirtschaft (S. 26–27). Und im Schloss Ovelgönne sorgt ein neues Team mit frischen Impulsen dafür, dass aus Feiern und Business-Events echte Erlebnisse werden (S. 32–33). Unser Titelmodell Björn Heidschuster (S. 34–35) steht seit fast 15 Jahren für Verlässlichkeit und Tatkraft in der Logistik. Wer mit ihm zusammenarbeitet, weiß: Auf sein Wort ist Verlass. Besondere Begeisterung hat unser Team außerdem bei einem Bewohner des Wittekindshofs ausgelöst. Wir haben Kais Traum erfüllt, einmal selbst am Steuer eines 30-Tonnen-Baggers zu sitzen (S. 40–41). Lassen Sie sich ebenfalls von uns begeistern – bei gemeinsamen Projekten, im persönlichen Kontakt und in vielen kleinen oder großen Momenten. Wir sind bereit. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre der 58. Ausgabe des KÖGEL Dialogs. Herzlichst

4 INHALT INHALT 6 KLINIKUM, GEHRDEN Im Team neue Maßstäbe setzen 8 BETTENHAUS, UKM MARIENHOSPITAL – STANDORT STEINFURT Die Zukunft des Gesundheitswesens mitgestalten 10 BREDENEY PARK, ESSEN Premium-Wohnquartier in bester Lage 12 SPIELBANK, SIEGBURG Erfolgreiches Auswärtsspiel 18 UMBAU UND SANIERUNG DER ABWASSERREINIGUNGSANLAGE, MUNSTER Komplexität als Chance 20 ERNEUERUNG BIOLOGIE 2, PADERBORN Neues Belebungsbecken gestaltet Abwasserreinigung effizienter 14 AGG-MOBILITÄTSKONZEPT, GEHRDEN Geballte Tiefbaukompetenz in einem Projekt vereint 16 RETENTIONSBODENFILTER, LÜBBECKE Expertenwissen macht den Unterschied HOCHBAU INGENIEURBAU SCHLÜSSELFERTIGBAU TIEF- UND ROHRLEITUNGSBAU 22 BIOGASANLAGE, WORPSWEDE Sanierungsprojekt mit guten Zukunftsaussichten BAUEN IM BESTAND 24 EIN JAHR VOLLER ERFOLGREICHER PROJEKTE IN ENGER ABSTIMMUNG MIT DEM KUNDEN BAUSANIERUNG

44 ARBEITSSICHERHEIT MIT SYSTEM Vorausschauend, verantwortungsbewusst, zertifiziert 46 RAL-ZERTIFIZIERUNG Gütezeichen im Kanalbau schafft Wettbewerbsvorteile IMPULSE 48 KÖGEL KADER Talente fördern und binden 50 FÜHRUNGSWORKSHOP Werteorientierte Führung im Mittelpunkt 5 INHALT 34 BJÖRN HEIDSCHUSTER IM INTERVIEW Logistik mit Know-how, großem Herz und guter Laune 36 KÖGEL BAU RHEIN-RUHR Mit Teamgeist weiter auf Erfolgskurs 38 HOBBYGRUPPEN Starkes Miteinander auch nach Feierabend 40 WUNSCHSTERNAKTION Gemeinsam besondere Momente schaffen 42 AUSBILDUNG Optimaler Mix aus Unterstützung und Verantwortung TEAM KÖGEL 26 KLEFFMANN RECYCLING & BODENMANAGEMENT Durchdachte Baustoffaufbereitung als Erfolgsfaktor 28 KB ANLAGENBAU Teamwork unter Hochdruck 30 TECTUM FACILITY MANAGEMENT Maßgeschneiderte Lösungen für ein Unikat 32 SCHLOSS OVELGÖNNE Neue Impulse für Events und Gastronomie UNTERNEHMENSGRUPPE INNOVATION UND ENTWICKLUNG

6 HOCHBAU 40.000 QUADRATMETER DECKENFLÄCHE, ÜBER 3.500 TONNEN BEWEHRUNG: DER NEUBAU DES KLINIKUMS GEHRDEN ZÄHLT ZU DEN GRÖSSTEN ROHBAUPROJEKTEN DER KÖGEL FIRMENGESCHICHTE. Maßstäbe setzt das Projekt auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen den Baubereichen Hochbau und Tiefbau. Vor allem in der Kalkulationsphase teilten die Teams Ideen und entwickelten gemeinsam Lösungen, um dieses außergewöhnliche Projekt zu gewinnen. Hilfreich bei der Angebotskalkulation war, dass der KÖGEL Tiefbau bereits mit einem Vorauftrag vor Ort war, verrät Projektleiterin Katharina Ronicke. Im Interview gibt sie Einblicke hinter die Kulissen. ? Im November 2025 erfolgte der Baustart für die Hochbauarbeiten in Gehrden, die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Ganz unbekannt ist euch die Baustelle jedoch nicht. Wir haben einen Wissensvorsprung, denn seit fast einem Jahr führt der KÖGEL Tiefbau in Gehrden vorbereitende Infrastrukturarbeiten für die Hauptmaßnahme aus. Für unseren Folgeauftrag bedeutet das: Wir wissen ganz genau, wo auf dem Baufeld was passiert ist, kennen die technischen und örtlichen Rahmenbedingungen. KÖGEL BAU hatte auch beim Auftraggeber, dem KRH Klinikum Region Hannover, einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. ? Welche Leistungen übernehmt ihr beim Rohbau des Klinikums? IM TEAM NEUE MASSSTÄBE SETZEN BAUVORHABEN Klinikum, Gehrden BAUHERR KRH Klinikum Region Hannover PROJEKTLEITUNG Katharina Ronicke, Stephan Hamel, Jean Schumacher, Ali Osman Cinar, Max Pritzkau POLIERE Stefan Just, Marcel Richter, Maik Rosemeier, Thomas Celuch Das Klinikum ist ein viergeschossiges Gebäude mit einer Teilunterkellerung. Hier übernehmen wir die kompletten Rohbauarbeiten. Dazu zählt der Spezialtiefbau, um dem großen Gebäude auf der begrenzten Fläche die benötigte Standfestigkeit zu geben. Hierfür setzen wir 665 Bohrpfähle, in Teilabschnitten Trägerbohlverbau und eine überschnittene Bohrpfahlwand. Zusätzlich führen wir Abbruch-, Erd- und Grundleitungsarbeiten aus. 40.000 m ² DECKENFLÄCHE 3.500 t BEWEHRUNG » KÖGEL BAU hatte durch das Vorprojekt einen sehr positiven Eindruck beim Auftraggeber hinterlassen. An dieser Stelle ein großes Lob an den Tiefbau, der übrigens weiterhin vor Ort ist und große Erdarbeiten ausführt. «

7 HOCHBAU Um das Mauerwerk, den Stahlbeton sowie die erdberührten Abdichtungs- und Dämmarbeiten kümmern wir uns ebenso wie um den Stahlbau zum Anschluss an das Bestandsgebäude. Weiterhin gewährleisten wir die Wasserundurchlässigkeit. ? Was begeistert dich an diesem Bauvorhaben besonders? Ganz klar die Vielzahl an Gewerken, die zum Teil parallel laufen – zum Beispiel Abbrucharbeiten, Erdarbeiten und Spezialtiefbau. Zudem gibt es beim Abbruch zeitliche Abhängigkeiten zum Betonbau, die ebenfalls aufeinander abgestimmt werden müssen. Das strukturierte Koordinieren dieser Schnittstellen ist eine spannende Herausforderung. Darüber hinaus schätze ich die gute Zusammenarbeit mit dem Klinikum und unserem großen, motivierten Projektteam. ? Ursprünglich war die Bauausführung von Süd nach Nord geplant. Letztendlich seid ihr aber im Norden gestartet. Warum? Im Norden ist das Baufeld breiter, was die Baugrubenerstellung schneller und mit weniger Vorleistung ermöglichte. Außerdem konnten mehrere Gewerke parallel starten. Unterm Strich haben wir durch diese Umstellung ein Vierteljahr Bauzeit gewonnen. ? Ein Großprojekt wie dieses braucht ein großes Team. Was zeichnet eure Zusammenarbeit aus? Unser Team ist breit aufgestellt und gleichzeitig spezialisiert – das ist wirklich spannend. Wir haben KÖGEL Experten aus dem Hoch- und Tiefbau an Bord, die das gleiche Qualitäts- und Terminbewusstsein haben und stets das Ziel verfolgen, die beste Lösung zu finden. Das nimmt mir in der Projektleitung für den Rohbau viel Verantwortung ab und gibt mir ein gutes Gefühl. ? Aber auch innerhalb des Hochbauteams bringt jeder Spezialisierungen mit, die sich perfekt ergänzen. Genau. Ich bringe meine Stärken bei Do- kumentation und Wirtschaftlichkeitsabwicklung ein, wohingegen mein Co-Projektleiter Stephan noch tiefer in der technischen Sichtweise steckt. Unsere beiden Bauleiter Ali und Max sind nach Gewerken aufgeteilt und bekommen jeweils ihr eigenes Aufgabengebiet, für das sie von Anfang bis Ende verantwortlich sind. Polier Stefan Just ist sehr stark in Arbeitsvorbereitung und Verfahrensumgängen. Er behält auch das große Ganze im Blick. Marcel, der sehr viel Erfahrung im Abbruch hat, betreut diesen Bereich und ist dafür der perfekte Ansprechpartner. Gemeinsam mit Maik kümmert er sich um Aufmaße und ist mit der Vermessung die Schnittstelle von der Baustelle ins Büro. Besonders freut mich zu sehen, dass inzwischen auch viele jüngere Kollegen ein Projekt, als ihr »Baby« ansehen, Aufgaben eigenverantwortlich betreuen und bestmöglich abwickeln. Das gibt mir als Projektleiterin ein sehr gutes Gefühl, weil ich weiß, dass wir die Verantwortung gemeinsam tragen. Das Hochbauteam am Klinikum Gehrden: Marcel Richter, Katharina Ronicke, Stefan Just, Christopher Rossa, Stephan Hamel, Max Pritzkau und Ali Osman Cinar (v. l.).

8 HOCHBAU Das Vorhaben ist Teil der Neustrukturierung des Marienhospitals und wird in Teilen durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Steinfurt gefördert. Der Baustart erfolgte im November 2025, die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant. Im ersten Bauabschnitt wurde der alte Nordflügel des Krankenhauses zurückgebaut. »An DIE ZUKUNFT DES GESUNDHEITSWESENS MITGESTALTEN EINEN WICHTIGEN BEITRAG ZUR ZUKUNFTSFÄHIGEN MEDIZINISCHEN VERSORGUNG IM MÜNSTERLAND LEISTET AKTUELL DAS KÖGEL HOCHBAUTEAM UM PROJEKTLEITER MARCO NEUGEBAUER: DAS UKM MARIENHOSPITAL – STANDORT STEINFURT ERHÄLT EIN NEUES BETTENHAUS. seiner Stelle entsteht nun ein moderner, viergeschossiger Neubau mit zentraler Notauf- nahme, zwei Pflegestationen sowie Technik- und Logistikflächen«, erläutert Marco Neugebauer. »Zu unserem Leistungsumfang gehören Tiefbauarbeiten, Grundleitungsarbeiten unterhalb und neben dem Gebäude, Rohbau- und Betonarbeiten sowie im weiteren Verlauf die Klinkerfassade«, führt er weiter aus. BAUVORHABEN Bettenhaus, UKM Marienhospital – Standort Steinfurt BAUHERR UKM Infrastruktur Management GmbH PROJEKTLEITUNG Marco Neugebauer, Leon Wacker POLIERE Miralem Mehmedagic, Fearghal Mc Kenna Leon Wacker, Miralem Mehmedagic und Marco Neugebauer (v. l.) realisieren den Rohbau des Bettenhauses am Klinikum Steinfurt.

9 HOCHBAU Enge Abstimmung zwischen Tief- und Rohbau Die baulichen Herausforderungen sind vielfältig, wie Marco Neugebauer erläutert: »Die Tiefbauarbeiten stellten zu Beginn eine große Herausforderung dar. Überall gab es Vertiefungen und Versprünge, dazu kamen Grundleitungen unter dem Gebäude. Das machte die Einbringung der Bodenplatte anspruchsvoll und erforderte eine enge Abstimmung zwischen Tiefbau und Rohbau. Inzwischen ist die Bodenplatte eingebracht, und im Kellergeschoss sind die Arbeiten zur Deckenschalung abgeschlossen.« Übergänge erfordern Fingerspitzengefühl Fingerspitzengefühl erfordern auch die Übergänge zum Bestandskrankenhaus. »Es müssen drei Anschlussstellen geschaffen werden, was immer herausfordernd ist, weil die Gegebenheiten des Altbaus oft erst während der Bauarbeiten sichtbar werden. Trotz sorgfältiger Planung treten immer wieder unvorherca. 2.200 m2 VERBLENDMAUERWERK rund 5.000 m3 ORTBETON FÜR SOHLEN, DECKEN, STÜTZEN UND WÄNDE ca. 640 t BAUSTAHL gesehene Situationen auf, die flexible Lösungen erfordern«, so Neugebauer. Um das Projekt besonders effizient und strukturiert umzusetzen, nahm das KÖGEL Team gezielt Optimierungen vor. »In enger Abstimmung mit dem Bauherrn wurde daher ein Teil der Ortbetonwände auf Halbfertigteilelemente umgestellt«, berichtet der Projektleiter. »Das ermöglicht eine effizientere Ausführung und Taktung: Fertigteile werden geliefert, gesetzt, betoniert und parallel dazu können weitere Rohbauarbeiten erfolgen.« Lean Management und Teamgeist als Erfolgsfaktoren Trotz erheblicher wetterbedingter Ausfälle im Winter ist das Projekt zeitlich gut vorangekommen. »Das liegt auch an der konsequenten Anwendung von Lean Management- Prinzipien. Durch kritisches Hinterfragen der Bauabläufe konnte die geplante Bauzeit von ursprünglich elf Monaten auf etwa acht Monate verkürzt werden. Ein zusätzlicher Workshop mit Dominik Schön, der bei KÖGEL für Lean- und Bauprozessmanagement zuständig ist, hat die letzten Optimierungspotenziale gehoben«, so Neugebauer weiter. Das Besondere an diesem Projekt ist für Marco Neugebauer die enge und eingespielte Zusammenarbeit im Team: »Jeder kennt die Stärken und Schwächen der anderen und unterstützt sich gegenseitig.« Auch die Zusammenarbeit mit dem Bauherrn bewertet er positiv. »Die Kommunikation läuft ausgesprochen gut und trägt maßgeblich zur Motivation im Projektalltag bei«, betont er. Wo kürzlich noch der Nordflügel stand, entsteht nun das neue, viergeschossige Bettenhaus mit zentraler Notaufnahme, zwei Pflegestationen sowie Technik- und Logistikflächen. Die Nordfassade zeigt den Übergang zum Bestandskrankenhaus, der vom KÖGEL Team besonderes Fingerspitzengefühl erfordert. » J eder kennt die Stärken und Schwächen der anderen und unterstützt sich gegenseitig.«

10 SCHLÜSSELFERTIGBAU BREDENEY PARK – DIESER NAME STEHT FÜR HOCHWERTIGES WOHNEN IN ESSENS BESTER LAGE. Am Baldeneysee, einer der grünen Oasen des Ruhrgebiets, setzt der KÖGEL Schlüsselfertigbau die Wünsche anspruchsvoller Käufer detailgetreu um. PREMIUM-WOHNQUARTIER IN BESTER LAGE Das Quartier besteht aus sieben Häusern mit insgesamt 45 lichtdurchfluteten Wohnungen und 95 Tiefgaragenstellplätzen. Dieses anspruchsvolle Großprojekt realisiert das Team um die Projektleiter Patrick Bekemeier, Thorben Vieker, Max Gläßer und Hadis Huskic sowie die Poliere Nils Hegenbarth, Detlef Wartmann und Dino Kazazic. Harmonisches Ensemble aus sieben Gebäuden Optisch sind die sieben Gebäude ein echter Hingucker. Die Ziegelfassade aus Wasserstrichklinker, die aufeinander abgestimmten Klinkerfarben der einzelnen Häuser und die einheitliche Fensterfarbe schaffen ein harmonisches Gesamtbild. Abgerundet wird dieses von hochwertigen Außenanlagen. Bei der Umsetzung gingen die KÖGEL Experten Stück für Stück vor und arbeiteten die Gebäude 1 bis 7 sowie die einzelnen Gewerke nacheinander ab. Den Abschluss bilden die Fertigstellung der Gemeinschaftsflächen, zum Beispiel Eingangsbereiche und die Tiefgarage, sowie die behördliche Abnahme. »Das Wohnquartier Bredeney Park ist sehr exklusiv, dementsprechend sind die Käufer es gewohnt, dass ihre Wünsche detailgetreu umgesetzt werden«, weiß der Projektleiter. »Wenn diese sich kurzfristig änderten, wurde es für uns herausfordernd«, fährt Patrick Bekemeier fort. TGA-Expertise ab sofort im Haus Bei einem schlüsselfertigen Bauprojekt wie dem Bredeney Park entfällt etwa ein Drittel des Leistungsumfangs auf den Rohbau, ein Drittel auf den Ausbau und ein Drittel auf die Technische Gebäudeausrüstung (TGA). Als echter Gewinn für das Team erwies sich deshalb KÖGEL Neuzugang Max Gläßer, der das technische Know-how einbringt. »Früher mussten wir die TGA-Expertise bei Partnerfirmen einkaufen«, erläutert Patrick Bekemeier. »Mit Max haben wir diese Kompetenz im Haus – Entscheidungswege sind deutlich kürzer und auch bei individuellen Wünschen können wir schnell eine Lösung finden.« » D ie Ziegelfassade aus Wasserstrichklinker, die aufeinander abgestimmten Klinkerfarben der einzelnen Häuser und die einheitliche Fensterfarbe schaffen ein harmonisches Gesamtbild.«

11 SCHLÜSSELFERTIGBAU ? Max, seit wann bist du bei KÖGEL beschäftigt und in welcher Position? Seit dem 1. Juli 2025 bin ich bei KÖGEL als Projektleiter im Bereich Schlüsselfertigbau mit dem Schwerpunkt TGA tätig. ? Welche Erfahrungen hast du mit dem Team am Bredeney Park gemacht? Unser Team bei diesem anspruchsvollen Großprojekt ist echt stark, sehr motiviert und ergänzt sich wirklich gut. Ein fester Bestandteil ist das wöchentliche »BaustellenCockpit« am Dienstag – eine interne BeMITARBEITERSTIMME MAX GLÄSSER sprechung, bei der nicht nur Zahlen, Daten, Fakten zum Projekt und Baufortschritt, sondern auch gerne mal ein gemeinsames Frühstück auf den Tisch kommt. ? Welche technischen Raffinessen haben dich besonders begeistert? Das Heiz- und Trinkwassersystem des Quartiers ist als Hybridsystem konzipiert. Eine große Geothermieanlage versorgt die Fuß- bodenheizungen, während Gas-Brennwertkessel ausschließlich für die Trinkwassererwärmung zuständig sind. Im Sommer unterstützt eine Solarthermieanlage auf dem Dach die Warmwasserbereitung. Für die sieben Häuser gibt es insgesamt acht Technikzentralen inklusive einer Hauptzentrale. 45 WOHNUNGEN 95 TIEFGARAGEN- STELLPLÄTZE 294.816 WASSERSTRICH- KLINKERSTEINE 8 TECHNIKZENTRALEN 7 HÄUSER BAUVORHABEN Bredeney Park, Essen BAUTRÄGER Propos Projekt- entwicklung GmbH, Berlin PROJEKTLEITUNG Patrick Bekemeier, Thorben Vieker, Max Gläßer, Hadis Huskic POLIERE Nils Hegenbarth, Detlef Wartmann, Dino Kazazic Anspruchsvolles Großprojekt: Im September 2025 war der Rohbau der sieben Häuser im vollen Gange, inzwischen befindet sich das Team im Ausbau. Moderne Architektur, große Fenster und grüne Außenanlagen prägen den Bredeney Park.

12 SCHLÜSSELFERTIGBAU ZWISCHEN DER MERKUR GROUP AUS ESPELKAMP UND KÖGEL AUS BAD OEYNHAUSEN BESTEHT EINE LANGJÄHRIGE, VERTRAUENSVOLLE PARTNERSCHAFT. Im letzten Jahr arbeiteten die beiden Unternehmen zum zweiten Mal außerhalb von OWL zusammen. ERFOLGREICHES AUSWÄRTSSPIEL In Siegburg realisierte KÖGEL den Rohbau einer hochmodernen Spielbank für die MERKUR Immobilien und Bauprojekte GmbH & Co. KG. Patrick Bekemeier, der das Projekt leitete, lässt das außergewöhnliche Bauvorhaben Revue passieren. ? A ls wir vor einem Jahr im KÖGEL Dialog über das Bauprojekt berichtet haben, hattet ihr den ambitionierten Plan, den Rohbau der knapp 5.000 Quadratmeter großen Spielbank in acht Monaten zu erstellen. Ist euch das gelungen? Ja. Die Übergabe erfolgte gemäß Terminabstimmung im November und alle vereinbarten Zwischentermine wurden eingehalten. Das lag auch an der Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber, die wie immer positiv und unkompliziert verlief. Die langjährige Partnerschaft mit MERKUR und die regionale Verbundenheit ermöglichten kurze Wege und einen persönlichen, vertrauensvollen Austausch. Es bestand eine klare Zielorientierung, Entscheidungen wurden zügig getroffen, was effiziente Bauabstimmungen und einen reibungslosen Ablauf begünstigte. ? W elche Leistungen habt ihr bei diesem Bauvorhaben übernommen? Unser Team hat die Rohbau-, Fassaden-, Fensterkonstruktion- und Dachabdichtungsarbeiten ausgeführt. Die aktuell stattfindenden Arbeiten an den Außenanlagen erfolgen durch den KÖGEL Tiefbau im Rahmen eines zusätzlichen Auftrags. Ein kleiner Teil wartet zum Abschluss des Projekts noch auf uns: Die Spezialfassade am Haupteingang montieren wir erst kurz vor der Eröffnung der Spielbank. ? I hr habt bei diesem Projekt gemeinsam mit dem MERKUR Team die Planung übernommen. Was gab es da alles zu beachten, um das Projekt möglichst effizient abzu- wickeln? Entscheidend waren dabei unter anderem die Anschlüsse für die Fertigteilmontage sowie die Anpassung von Statik und Ausführungsplanung an den späteren Bauablauf, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von Fertig- und Halbfertigteilen. Durch die vorausschauende und effiziente Planung nach Lean-Management-Prinzipien haben wir den Baufortschritt so optimiert, dass wir den Rohbau der Spielbank in acht Monaten fertigstellen konnten ? Casinos besitzen ja einen hohen Glamourfaktor – Stichwort »Las Vegas«. Inwiefern habt ihr davon etwas gespürt? Das Bauvorhaben wurde von einem repräsentativen Rahmenprogramm begleitet. Sowohl der Spatenstich als auch das Richtfest waren ganz besondere Events, mit Showact, exklusivem Catering und prominenten Gästen – so sehr wird uns als ausführendem Bauunternehmen sonst nicht der rote Teppich ausgerollt. Nun erwarten wir als Nächstes die Einweihung mit Spannung. Hier sind wir auch eingeladen und freuen uns schon, unser Projekt dann in voller Blüte zu sehen. ? Die Eröffnung ist für das Jahresende 2026 vorgesehen. Was gibt es bis dahin noch für euch zu tun? Ein besonderes gestalterisches Element, das bei diesem Event wohl alle als Erstes bestaunen werden, stellt die beleuchtete EingangsKunden begeistert hat Projektleiter Patrick Bekemeier (Mitte). Darauf stieß er beim Richtfest mit Vertretern der MERKUR GROUP an. Highlight der Spielbank in Siegburg ist die beleuchtete Eingangsfassade mit Casinomotiv.

13 SCHLÜSSELFERTIGBAU fassade dar. Das wird eine perforierte, hinterleuchtete Konstruktion mit Spielbankmotiv aus einem Roulettekessel und fliegenden Jetons. Bei dieser ändert sich die Lichtwirkung je nach Blickwinkel, Tageszeit und Um- gebungshelligkeit, was rechnerisch nur unzureichend prognostiziert werden kann. Deshalb haben wir eine rund 60 Quadrat- meter große Musterfassade gefertigt und diese so unter realen Bedingungen getestet. Die finale Montage ist erst kurz vor der Eröffnung vorgesehen, um Beschädigungen während der verbleibenden Bauarbeiten zu vermeiden. 8 Monate BAUZEIT 4.732 m² BRUTTOGESCHOSSFLÄCHE BAUVORHABEN Spielbank, Siegburg BAUHERR MERKUR Immo- bilien und Bau- projekte GmbH & Co. KG PROJEKTLEITUNG Patrick Bekemeier POLIER Nils Hegenbarth Beim Richtfest im September 2025 wurde der fertige Rohbau der Spielbank gefeiert. Als technische Raffinesse fällt die gebogene Fassade an der Frontseite ins Auge. » Die langjährige Partnerschaft mit MERKUR und die regionale Verbundenheit ermöglichten kurze Wege und einen persönlichen, vertrauensvollen Austausch.« Varieté-Atmosphäre im Rohbau: Eine Luftakro- batin gab beim Richtfest einen tollen Vorgeschmack auf die Shows, die ab Herbst 2026 in der Spielbank stattfinden werden.

14 TIEF- UND ROHRLEITUNGSBAU GEBALLTE TIEFBAUKOMPETENZ IN EINEM PROJEKT VEREINT DIE GESAMTE BANDBREITE SEINER KOMPETENZ ZEIGT DER KÖGEL TIEFBAU AKTUELL IN GEHRDEN. Seit Februar führen Projektleiter Jean Schumacher und sein Team im Auftrag der Stadt Gehrden und der Abwassergesellschaft Gehrden mbH umfangreiche Erd-, Kanal- und Straßenbauarbeiten durch. Werkstudent Marcel Litke, Polier Andreas Fleischmann und Projektleiter Jean Schumacher bringen das Tiefbauprojekt in Gehrden voran. 600 m REGENWASSERKANALISATION 600 m SCHMUTZWASSERKANALISATION 51 SCHACHTBAUWERKE UND HAUSANSCHLÜSSE

TIEF- UND ROHRLEITUNGSBAU 15 BAUVORHABEN AGG-Mobilitätskonzept, Gehrden BAUHERR Stadt Gehrden, Abwassergesellschaft Gehrden mbH PROJEKTLEITUNG Jean Schumacher POLIERE Andreas Fleischmann, Thomas Celuch Bis voraussichtlich März 2027 wird das KÖGEL Team an der Matthias-ClaudiusStraße, Hangstraße und am Schäfereiweg in Gehrden tätig sein, um die Mischwasserkanalisation und die Regenwasserkanalisation jeweils auf einer Länge von rund 600 Metern zu erneuern. Weiterhin verantwortet KÖGEL die Anschlussleitungen inklusive neuer Schachtbauwerke, den kompletten Straßenvollausbau in Asphalt- und Pflasterbauweise und die Verkabelung der neuen Straßenbeleuchtung. Darüber hinaus gehört eine Umlegung der Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Glasfaser und die hierfür notwendigen Erdarbeiten zum Auftrag. Im Interview gibt Projektleiter Jean Schumacher einen Überblick. ? W orauf zielt die Maßnahme in Gehrden ab? Das alte Mischwassersystem soll durch ein Trennsystem ersetzt werden, bei dem Regen- und Schmutzwasser separat behandelt werden. Im Zuge dessen wird auch die Oberfläche erneuert und es sollen Bauminseln eingebaut werden, um die Verkehrsberuhigung zu fördern. Das Trennsystem ist ökologischer, da das Regenwasser besser aufbereitet und nicht in die Klärwerke geleitet wird. Langfristig erhält auch die nahe gelegene Bahnhofstraße neue Kanäle, sodass die Trennung von Regen- und Schmutzwasser weiter ausgebaut wird. ? W elche Leistungen übernehmt ihr bei diesem Bauvorhaben und wie geht ihr vor? Bei dem Projekt geht es darum, den Kanal komplett zu erneuern, was wir selbst übernehmen. Die Versorgungsleitungen werden vom Versorgungsbauer neu verlegt, die Wasserverlegung übernimmt dann Avacon Wasser GmbH. Unser Vorteil ist, dass wir auch den Straßenbau selbst durchführen können, weil ein Großteil davon gepflastert wird. Unser Plan sieht vor, dass die Kolonne um Andreas Fleischmann mit dem Kanalbau startet und das Team um Thomas Celuch danach mit dem Straßenbau abschließt. So wird der ganze Bereich der drei Straßenzüge nacheinander in drei Bauabschnitten von uns umgestaltet und wir können möglichst effizient vorgehen. Wichtig dabei ist, dass die Zufahrt zum Matthias-Claudius-Gymnasium während der gesamten Bauzeit gewährleistet bleibt, damit die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte weiterhin ungehindert zur Schule gelangen können. Zudem muss sichergestellt sein, dass Rettungsfahrzeuge jederzeit freien Zugang zum Schulgelände haben. ? In Gehrden bewegt sich KÖGEL auf vertrautem Terrain. Ich persönlich freue mich über den Auftrag, da wir in Gehrden bereits seit November 2024 tätig sind. Wir haben für das KRH Klinikum Robert Koch Gehrden die vorbereitenden Infrastrukturarbeiten ausgeführt und darauf aufbauend übernehmen wir aktuell auch die Tiefbauarbeiten im Zuge des Rohbaus, den unser Hochbau realisiert. So können wir das Projekt gemeinsam aus einer Hand voranbringen und erfolgreich umsetzen. Daraus ergeben sich viele Synergien. Die unmittelbare Nähe der Baustellen wirkt sich positiv auf die Materiallogistik und Transportwege aus. So können Transporte sinnvoll miteinander kombiniert werden: Material wird beispielsweise von einer Baustelle abgefahren und auf der Rückfahrt direkt Material für eine andere Baustelle mitgenommen. Auf diese Weise lassen sich Leerfahrten weitgehend vermeiden, was zu effizienten Abläufen und einem möglichst ressourcenschonenden Einsatz beiträgt. ? Gibt es Rahmenbedingungen, die euch besonders fordern? Eine große Herausforderung ist der Platzmangel. Im Wohngebiet haben wir keine Lagermöglichkeiten. Daher haben wir ein nahe gelegenes, freies Grundstück außerhalb des Gebiets angefragt, um es als Lagerplatz für die Dauer der Baumaßnahme zu pachten. Das hat glücklicherweise funktioniert und hilft uns enorm. Da das Gebiet als Hochburg für geschichtliche Funde bekannt ist, gibt es hier archäologische Auflagen. Erdarbeiten dürfen nur in Anwesenheit von Archäologen durchgeführt werden. Deshalb sind diese während der Baumaßnahme stets vor Ort, um mögliche historische Funde frühzeitig zu erkennen und zu sichern. Sollte tatsächlich etwas entdeckt werden, müssen die Arbeiten kurz unter- brochen werden, bis der Fund dokumentiert und untersucht ist. In der Regel kann danach jedoch zügig weitergearbeitet werden. Sichtlich wohl fühlt sich das Projektteam im neu ausgestatteten KÖGEL Bürocontainer. Großer Bagger– enges Baufeld. Diese Herausforderung ging das Tiefbauteam lösungsorientiert an. Es pachtete einen Lagerplatz außerhalb des Wohngebiets und schaffte sich so mehr Freiraum.

Das Team aus dem KÖGEL Tiefbau um Projektleiter Jörg Strey realisierte einen sogenannten Retentionsbodenfilter, der Niederschläge in einem Regenüberlaufbecken zurückhält und vor der Einleitung in die Ronceva filtert. »Bislang liefen diese direkt aus dem Becken in den Bach«, weiß Jörg Strey. Die KÖGEL Experten errichteten das Einlaufbauwerk und führten einen Düker aus 2,25 m x 1,00 m großen Rahmenprofilen unter der Ronceva hindurch. »Der anspruchsvollste Teil bestand darin, unterhalb des fließenden Bachs in fünf Metern Tiefe zu arbeiten«, erinnert sich Strey. »Die eigentliNACHHALTIGE MASSNAHMEN ZUM SCHUTZ VOR STARKREGEN STEHEN IN VIELEN KOMMUNEN IM FOKUS. Auch die Stadt Lübbecke hat nach einer Lösung gesucht, wie große Wassermassen nach Regenfällen kontrolliert abgeleitet werden können. EXPERTENWISSEN MACHT DEN UNTERSCHIED che Hauptaufgabe mit dem Bau des Filterbeckens ließ sich für uns gut realisieren«, sagt er. Tiefbauexperten waren konkurrenzlos KÖGEL war bei der Ausschreibung der Stadt Lübbecke der einzige Bieter. »Es handelte sich um ein Projekt, das aufgrund der Komplexität nicht jedes Unternehmen umsetzen kann«, begründet Jörg Strey das Fehlen von Mitbewerbern. »Mit Ingenieurbau und Tiefbau waren mehrere Gewerke beteiligt. Zusätzlich befinden wir uns in einem Wasserschutzgebiet, was Präventivmaßnahmen wie das Verlegen einer doppellagigen Dichtungsfolie mit sich bringt«, erläutert er. Bei ähnlichen Projekten in Spenge und Herford konnte sich der KÖGEL Tiefbau das erforderliche Expertenwissen aneignen. Maßgeschneiderte Lösungen für spezielle Gegebenheiten Jörg Strey und seine Mannschaft haben die Baustelle gemeinsam mit dem Auftraggeber optimiert, was erfolgreiches, kostengünstiges und effizientes Arbeitern ermöglichte. 16 TIEF- UND ROHRLEITUNGSBAU Thomas Werner und Jörg Strey begehen nach der wöchentlichen Baubesprechung mit Matthias Kindsgrab vom Ingenieurbüro Kindsgrab und Ulrich Brune von der Stadt Lübbecke zufrieden das Baufeld (v. l.).

Speziell war dabei der Einsatz einer Doppeldichtungsfolie im Wasserschutzgebiet. Da dort keinerlei Verunreinigung durchsickern darf, setzte die Stadt Lübbecke auf einen »doppelten Boden«. Genau hier griff die KÖGEL Expertise: »Statt die obere Folie mit 20 Zentimetern Kiesauflage zu versehen und anschließend eine zweite Folie zu verlegen – wie es eigentlich ausgeschrieben war –, haben wir vorgeschlagen, ein drei Zentimeter hohes Gitterflies aus dem Deponiebau zu verwenden, welches die gleiche Funktion wie der Kies erfüllt, allerdings Zeit und Kosten gespart hat«, berichtet Jörg Strey. In Deutschland bisher einmalig Für die Projektleitung ist die Realisierung dieses Retentionsbodenfilters kein alltägliches 3.800 m³ RETENTIONSVOLUMEN 10.500 m³ BODENAUSHUB 1.400 m³ FILTERSAND 9.000 FILTERNDE SCHILFPFLANZEN (PHRAGMITES AUSTRALIS) Vorhaben. »Die besondere Lage im Wasserschutzgebiet und der benachbarte Bach sind besonders. Ein vergleichbares Becken mit der doppelten Dichtungsfolie gibt es so in Deutschland unseres Wissens kein zweites Mal«, sagt er stolz. Mit dem Bodenmanagement setzte KÖGEL bei diesem Projekt ebenfalls Maßstäbe in punkto Nachhaltigkeit. »Oftmals muss man den Aushub solcher Becken deponieren, sodass er nicht weiter genutzt wird«, erläutert Jörg Strey. »Hier haben wir mit Genehmigung der Stadt den Aushubboden zu einem Großteil auf den umliegenden Äckern verteilt, sodass er sinnvoll eingesetzt und wieder Teil des Kreislaufs wird. Dadurch wurden nicht nur Ressourcen geschont, sondern auch die Vorgaben des Bundes-Bodenschutzgesetzes erfüllt.« BAUVORHABEN Retentionsboden- filter, Lübbecke BAUHERR Stadt Lübbecke PROJEKTLEITUNG Jörg Strey POLIER Thomas Werner » Es handelte sich um ein Projekt, das aufgrund der Komplexität nicht jedes Unternehmen umsetzen kann.« TIEF- UND ROHRLEITUNGSBAU 17

18 INGENIEURBAU ALLES AUS EINER HAND: AUF DIESE DEVISE UND DEN KÖGEL INGENIEURBAU SETZT DIE STADTWERKE MUNSTER-BISPINGEN GMBH. Seit April 2025 stemmt das Team um die Projektleiter Sebastian Hocke und Marcel Rütz mit dem Umbau und der Sanierung der Abwasserreinigungsanlage ein anspruchsvolles Projekt, das in dieser Dimension eine Premiere ist. KOMPLEXITÄT ALS CHANCE binden, hat sich der Planer dieses Mal eine besonders komprimierte Lösung überlegt, die in dieser Form, nach eigener Aussage, einzigartig in Deutschland ist. Diese Bauweise bringt zwar einige Herausforderungen mit sich, die wir als Experten aber sicher meistern werden. Für uns ist es der größte Auftrag im Ingenieurbau, den wir bisher hatten. Das Projekt umfasst klassische Hochbauarbeiten, Gebäude und Schächte in Fertigteilbauweise, das Gleitschalverfahren für einen Rundbehälter und den klassischen Ingenieurbau mit Systemschalungen und Ortbeton-Bauweise. Dabei treten wir wie ein Generalunternehmer auf, da wir den Rohbau inklusive Ausbau- gewerke, den Rohrleitungs- und Straßen- bau sowie Stahlbauarbeiten für Treppen und Laufwege im Auftrag haben. Lediglich die Maschinentechnik und Elektrotechnik hat der Auftraggeber ausgelagert. Bis zum Sommer 2027 erneuert die KÖGEL Mannschaft bei laufendem Betrieb das Zulaufpumpwerk mit Anschlussschacht, das Rechengebäude, die Kompaktanlage und zwei Nachklärbecken. Weiterhin steht der Neubau von Faulbehälter, Schlammbehandlungsgebäude mit Schlammlagerplatz, Schlammspeicher, Gasspeicher sowie der Alkalien- und Fällmitteldosierstation auf dem Projektplan. Sebastian Hocke berichtet über dieses spannende Großprojekt. ? N ormalerweise baut der KÖGEL Ingenieurbau im Bereich Abwasserbehandlung einzelne Bauwerke auf bestehenden Anlagen. Was ist diesmal anders? Das Herzstück der Anlage ist eine sehr komplexe Kompaktanlage, bei der mehrere Reinigungsstufen in einem Bauwerk zusammengelegt wurden. Statt Gebäude für Gebäude zu errichten und über Rohrleitungen zu verBAUVORHABEN Umbau und Sanierung der Abwasserreinigungsanlage, Munster BAUHERR Stadtwerke Munster- Bispingen GmbH PROJEKTLEITUNG Sebastian Hocke, Marcel Rütz POLIERE Ronald Schenk, Waldemar Leitner

19 INGENIEURBAU ? W elches der zu erstellenden Bauwerke ist aus deiner Sicht das spannendste? Aus meiner Sicht ganz klar die Kompaktan- lage, da in ihr so viele unterschiedliche Reinigungsstufen und Bereiche der Kläranlage zusammenlaufen und das Bauwerk ohne Dehnungsfugen geplant wurde. Zudem ist kaum eine Wand ohne Einbauteile aus Edelstahl und diese müssen millimetergenau platziert werden. Anspruchsvoll ist auch der »Keller«, in dem sich ein Pumpwerk befindet und komplett unter Wasser liegt, also direkt unter dem Abwasser. Normalerweise würde man einen solchen Maschinenraum nach draußen setzen, aber hier liegt er eben unter dem Zulauf des Klärbeckens, was besonders anspruchsvoll in Bezug auf die Dichtigkeit ist. Deshalb kommt hier sowohl eine PE-Auskleidung als auch spezieller wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton) zum Einsatz. ? Was unterscheidet ihn von herkömmlichem Beton? WU-Beton ist sehr hochwertig in der Rezeptur und enthält zudem viel Bewehrungseisen, um die Rissbreiten des Betons zu minimieren. Durch die fugenlose Bauweise gibt es vor Sebastian Hocke leitet das Bauvorhaben in Munster und begeistert sich aus bautechnischer Sicht vor allem für die komplexe Kompaktanlage. über 10.000 t SCHÜTTGÜTER mehrere Kilometer ROHRLEITUNGEN BIS DIN 1.000 über 4.000 m³ BETON ca. 800 t BEWEHRUNG allem bei der Rissüberbrückung einiges zu beachten: Wird der Beton »in einem Stück« und ohne Dehnungsfugen hergestellt, entstehen durch Temperaturunterschiede oder auch wechselnde Belastungszustände in der Nutzung erhöhte Spannungen, da sich der Beton dehnt und zusammenzieht. Das erhöht das Risiko von unkontrollierten Rissbildungen im Bauwerk. Um das zu verhindern, muss die Bewehrung besonders eng verlegt werden. Normalerweise würden spezielle Dehnungsfugen gesetzt, um für Entspannung zu sorgen und die Rissbildung zu minimieren. ? Inwiefern bringen die Komplexität und Größe des Projektes Chancen mit sich? Die Komplexität eröffnet auch viele Optimierungsmöglichkeiten. Wir haben mehrere Gebäude, die gleichzeitig gebaut werden können, und das gibt uns die Chance, mit mehreren Gewerken parallel und besonders effizient zu arbeiten. So können wir Synergien nutzen und den Bauprozess optimieren. Baustellenromantik in der Dämmerung: Am Ende des Tages sieht das KÖGEL Team, was es alles geschafft hat. Die Abwasserreinigungsanlage im Überblick: Vorne entstehen zwei runde Nachklärbecken, dahinter liegen die Kompaktanlage mit ihren eckigen Becken, der Fremdschlammspeicher und das Rechengebäude mit Solardach. Den Schlammlagerplatz, das Schlammbehand- lungsgebäude, den Faulbehälter sowie den Zentratspeicher erstellt KÖGEL noch etwas weiter hinten auf dem Gelände der Kläranlage.

20 INGENIEURBAU NEUES BELEBUNGSBECKEN GESTALTET ABWASSERREINIGUNG EFFIZIENTER 1981 IN BETRIEB GENOMMEN UND SEITDEM MEHRFACH ERWEITERT UND AUSGEBAUT – DIE BIOLOGIE DER KLÄRANLAGE PADERBORN ENTSPRACH NICHT MEHR DEM AKTUELLEN STANDARD. Deshalb beauftragte der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn den KÖGEL Ingenieurbau mit dem Bau einer Verdichterstation für den Umbau der Biologie 2, einer zentralen Komponente der Kläranlage. Im März 2025 starteten die Arbeiten, die das Team um Robert Friesen und Johannes Frohwitter voraussichtlich dieses Jahr abschließen wird. BAUVORHABEN Erneuerung Biologie 2, Paderborn BAUHERR Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn PROJEKTLEITUNG Johannes Frohwitter, Robert Friesen POLIERE Peter Günther, Sergej Derksen, Kevin Jones »Biologie« bezeichnet den biologischen Reinigungsprozess des Wassers mithilfe von Bakterien. Dieser findet im Belebungsbecken statt. Darin wird dem Wasser und den Bakterien Sauerstoff hinzugefügt, wodurch diese aktiviert werden und effizienter arbeiten können. 30 Prozent weniger Stromverbrauch »Die Biologie 2 in Paderborn stammt aus dem Jahr 1998«, berichtet Robert Friesen. »Vorher wurde der Sauerstoff oberhalb des Beckens mit einer Art rotierendem Besen eingeführt. In der neuen Biologie wird der Sauerstoff über Belüftungsplatten am Beckenboden eingebracht. Durch diese neue Technik wird der Gesamtenergieverbrauch der Kläranlage um 30 Prozent gesenkt, was umgerechnet dem Jahresverbrauch von über 570 Drei-Personen-Haushalten entspricht», erläutert er. Im laufenden Kläranlagenbetrieb übernimmt der KÖGEL Ingenieurbau in Zusammenar- beit mit der Bausanierung die Sanierung der Belebungsbecken sowie den Neubau einer Verdichterstation mit Gründach. »Wir haben 5.000 m Kabelleerrohre mit 16 neuen Kabelzugschächten verlegt«, ergänzt Robert Friesen. Zusätzlich übernimmt das Team den Straßenbau. »Wir sind hier komplett für den Hoch- und Tiefbau verantwortlich«, resümiert er. 4.156 m LEERROHRE -30 % GESAMTENERGIE- VERBRAUCH DER KLÄRANLAGE Ein starkes Team: Azubi Leon Kohlrausch, Fernando Dominguez Lopez, Kevin Jones, Robert Friesen und Johannes Frohwitter (v. l.).

21 INGENIEURBAU » Durch diese neue Technik wird der Stromverbrauch um 30 Prozent gesenkt, was umgerechnet dem Jahresverbrauch von über 570 Drei-Personen-Haushalten entspricht.« Sprung ins kalte Wasser Trotz des Winterwetters liegen die Arbeiten im Zeitplan, wenngleich der Wintereinbruch zu einer kurzen Zwangspause führte. Zudem konnten die KÖGEL Experten die Planung an einigen Stellen technisch und wirtschaftlich optimieren. So wurde zum Beispiel die Verdichterstation nicht mehr gefliest, sondern beschichtet. »Das hat unsere Bausanierung ausgeführt. Genauso wie die Beschichtung der drei Brücken über den Belebungsbecken mit einer Fläche von ca. 1.200 m². Das hat gut geklappt und wir haben getreu unserem Unternehmensmotto Gemeinsam | Sicher | Stark zusammengearbeitet«, freut sich Robert Friesen. »Ich komme eigentlich aus dem Tiefbau und lerne in meinem ersten Ingenieurbauprojekt unheimlich viel dazu. Johannes Frohwitter hat mir da als erfahrener Bau- ingenieur wirklich einiges gezeigt«, lobt Friesen seinen Projektleiterkollegen. »Das Zusammenspiel der ganzen Gewerke macht mir unheimlichen Spaß«, unterstreicht er. Darüber hinaus vertrat er Johannes Frohwitter während dessen einmonatiger Elternzeit – ein Sprung ins kalte Wasser, wie Robert Friesen einräumt. »Aber manchmal lernt man ja so am besten schwimmen.« Baggerfahrer Lothar Macke gibt mit seinem Großgerät das Tempo auf der Baustelle vor. Die Kläranlage Paderborn aus der Vogelperspektive: Hier realisiert der KÖGEL Ingenieurbau eine neue Verdichterstation für die Biologie 2.

22 BAUSANIERUNG SANIERUNGSPROJEKT MIT GUTEN ZUKUNFTSAUSSICHTEN VOR ETWA 20 JAHREN BOOMTEN BIOGASANLAGEN IN DER LANDWIRTSCHAFT. Heute sind viele von ihnen sanierungsbedürftig, da die beim Gärprozess entstehende Schwefelsäure den Beton der Behälter angreift. Die KÖGEL Bausanierung macht die Anlagen wieder fit – ein Aufgabenfeld mit jeder Menge Potenzial für die Zukunft. Im Herbst letzten Jahres waren Daniel Slotta und Thomas Menzel mit ihren Kollegen in Worpswede bei Bremen im Einsatz. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb verlängerten sie für die KERKHOFF Energietechnik GmbH die Lebensdauer eines Fermenters. Dabei profitierten sie auch von ihrer Exper- tise im Klärwerksbereich. ? Mit fünfeinhalb Jahren war der Rundbehälter der Biogasanlage noch relativ jung. Warum musstet ihr trotzdem tätig werden? Thomas Menzel: Solche Behälter bestehen aus Beton. Sie werden üblicherweise durch eine Folie oder eine Beschichtung geschützt, damit die beim Gärprozess entstehende BAUVORHABEN Biogasanlage, Worpswede BAUHERR KERKHOFF Energietechnik GmbH PROJEKTLEITUNG Daniel Slotta, Thomas Menzel VORARBEITER Bane Arsic Die Lebenszeit von Bauwerken zu verlängern und dabei einen echten Mehrwert bringen – das ist die Mission der KÖGEL Bausanierung. Die Biogasanlage in Worpswede bei Bremen hat das KÖGEL Team durch Betonsanierungsarbeiten instand gesetzt.

23 BAUSANIERUNG Schwefelsäure den Beton nicht angreifen kann. In Worpswede trat eine Schädigung im Gasraum bzw. in der Wechselzone im oberen Bereich auf. Die Ursache war hier, dass die vorherige Beschichtung nicht wie erwartet funktionierte – ein gelegentlich vorkommendes Problem. ? Dann seid ihr ins Spiel gekommen. Daniel Slotta: Genau. Von der ersten Beratung zur Betonsanierung bis zur Abnahme haben wir alles übernommen. Zunächst haben wir ein Gerüst aufgebaut, um an den oberen Bereich des sechs Meter hohen Behälter zu kommen. Die obere Krone haben wir auf 56 Metern Länge und einem Meter Höhe mit 2500 bar Höchstdruckwasserstrahlen bearbeitet. Anschließend haben wir die freiliegenden Bewehrungseisen behandelt, Korrosionsschutz aufgetragen und den Bereich mit Reparaturmörtel aufgefüllt, geglättet und fertig bearbeitet. ? D afür habt ihr nur gut 2 Wochen gebraucht. Geht das immer so schnell? Thomas Menzel: Bei diesem Auftrag kam uns zugute, dass wir bei Betonsanierungen, auch durch unsere Erfahrung im Klärwerksbereich, sehr gut vorbereitet und eingespielt sind. Weil der Kunde unser Angebot schnell beauftragt hat, konnten wir zeitnah starten und die Arbeiten zügig durchführen. Aufgrund der bereits erfolgten Vorarbeiten durch die KERKHOFF Energietechnik GmbH konnten wir umgehend mit der Sanierung beginnen. Die weiteren Arbeitsschritte wurden gemeinsam »Hand in Hand« zwischen KERKHOFF und KÖGEL ausgeführt, sodass dem Landwirt innerhalb kürzester Zeit wesentliche Fortschritte präsentiert werden konnten. Bereits nach zwei Wochen realisierte der Auftraggeber die neue Folienbeschichtung und die Endmontage am Behälter, wodurch für den Landwirt nur eine kurze Ausfallzeit entstand. 2 WOCHEN FÜR DIE MASSNAHMEN 6 M HOHER ARBEITSPLATZ Daniel Slotta: Da der Landwirt auf die Energie aus der Biogasanlage angewiesen war und noch andere Arbeiten anstanden, war es wichtig, die Sanierung schnell durchzuziehen. Ich bin selbst in einem kleinen Dorf aufgewachsen und habe als Kind viel Zeit auf Bauernhöfen verbracht. Umso mehr freue ich mich darüber, Landwirte dabei zu unterstützen, nachhaltige Energie aus Dingen zu erzeugen, die normalerweise keinen Wert haben, wie zum Beispiel Gülle oder Pflanzenreste. ? Viele Biogasanlagen sind inzwischen sanierungsbedürftig. Welche Potenziale ergeben sich daraus für die KÖGEL Bausanierung? Thomas Menzel: Viele Anlagen haben die Halbwertszeit schon lange erreicht und zum Teil auch schon weit überschritten. Für die KÖGEL Bausanierung bedeutet das eine große Chance und wir erwarten, dass wir in diesem Bereich auch in Zukunft Aufträge generieren und profitieren werden. Aktuell sprechen wir zum Beispiel mit KERKHOFF über die Sanierung des Gärrestebehälters derselben Biogasanlage. Dieses Projekt soll noch in diesem Jahr stattfinden. Auch für andere Anlagen sind Gespräche geplant – die Zusammenarbeit lief so positiv, dass wir auch zukünftige Projekte gemeinsam lösen wollen. Durch die beim Gärprozess entstehende Schwefelsäure war der Beton im oberen Bereich des Behälters stark angegriffen. Nach der Frischekur mit 2.500 bar Hochdruckwasserstrahlen, Korrosionsschutz und Reperaturmörtel erstrahlt der Stahlbeton wieder in neuem Glanz. Vor jedem Sanierungseinsatz nimmt das Team die Bausubstanz genau unter die Lupe, so auch auf der Biogasanlage in Worpswede. Vorher Nachher » V on der ersten Beratung zur Betonsanierung bis zur Abnahme haben wir alles übernommen.«

24 BAUEN IM BESTAND Der Schwerpunkt des 2025 gestarteten Baubereichs liegt im Gründungsjahr im Umbau und der Erweiterung von Verkaufsflächen. Weiterhin zählt die Instandsetzung von Infrastruktur und Gebäuden ebenso zum Repertoire von Bauen im Bestand wie anspruchsvolle Industrieneubauten inklusive der dazugehörigen Produktionstechnik. Ein Ziel steht bei diesen Projekten stets im MittelEIN JAHR VOLLER ERFOLGREICHER PROJEKTE IN ENGER ABSTIMMUNG MIT DEM KUNDEN DER JÜNGSTE KÖGEL BAUBEREICH BAUEN IM BESTAND FEIERT SEIN EINJÄHRIGES BESTEHEN – EIN IDEALER ZEITPUNKT, UM AUF VIELE GROSSE UND KLEINERE PROJEKTE ZURÜCKZUBLICKEN, DIE DAS TEAM BEREITS ERFOLGREICH UMGESETZT HAT. punkt: Abläufe, Bau- und Ausfallzeiten so zu optimieren, dass Qualitäten und Termine eingehalten und Kosten minimiert werden. Neue Abwasserverrohrung für MIG Zwischen September 2024 und Juni 2025 waren die KÖGEL Profis auf dem Gelände der Milchwirtschaftlichen Industrie Gesellschaft Herford GmbH & Co. KG, kurz MIG, tätig. Für das zur Hipp-Gruppe zählende Unternehmen tauschten sie unter einem etwa 50 Jahre alten Produktionsgebäude die komplette Abwasserverrohrung aus. Bei laufendem Betrieb erfolgte anschließend die Verlegung einer neuen Entwässerung, bestehend aus Edelstahlrohren und -schächten in offener Bauweise. Der Hochaltar im Mindener Dom erstrahlt dank der Unterstützung des Teams Bauen im Bestand in neuem Glanz. Foto: Dombau-Verein Minden

25 BAUEN IM BESTAND Neues Einkaufserlebnis in Steinheim Für Möbel Heinrich in Steinheim baute der Baubereich mehrere Bestandshallen zu einem neuen Einrichtungshaus mit rund 10.500 Quadratmetern Verkaufsfläche um. Bis zur Eröffnung im März 2025 erledigte die KÖGEL Mannschaft in sechs Monaten das Entkernen, das Umsetzen neuer Brandschutzanforderungen sowie den Bau von Erweiterungsgebäuden. Ferner brachte sie Statik, Optik und Ausstattung sowie die Außenanlagen auf den neuesten Stand. Zwei unterschiedliche Projekte in Minden In Minden setzte der Bereich Bauen im Bestand zwei Projekte um. Für Drachengas wurden in drei Monaten Lager und Verkaufsflächen im laufenden Betrieb umgebaut. Im Dom zu Minden trug das Team beim Umbau des Hochchores zur Neugestaltung des Altarbereiches inklusive des Versetzens der »Goldenen Tafel« bei. Großprojekt im Chemiepark in Marl In Espelkamp realisierten die KÖGEL Experten für die Firma Naue eine Betriebstankstelle und eine Kaltlagerhalle. Für ein international agierendes Chemieunternehmen errichtet der Baubereich Bauen im Bestand aktuell eine neue Produktionsstätte für die Mineralsalzerstellung im Chemiepark Marl. Die Produktionstechnik wird dabei direkt in den Bauablauf integriert, was Bauzeit und Kosten optimiert. Die Baustelle im Chemie- park in Marl schreitet voran. Hier erstellt KÖGEL eine neue Produktionshalle. Auch Spezialschächte wie diese aus hochdichtem Polyethylen verbaute das Team. Das Material ist ein echter Alleskönner: Es ist lebensmittelecht, robust, kältebeständig und zu 100 % recycelbar. Beim Hallenneubau für das Chemieunternehmen wird die Produktionstechnik direkt mit in den Bauablauf integriert. » A bläufe, Bau- und Ausfallzeiten so optimieren, dass Qualitäten und Termine eingehalten und Kosten minimiert werden.«

26 UNTERNEHMENSGRUPPE DURCHDACHTE BAUSTOFF- AUFBEREITUNG ALS ERFOLGSFAKTOR Hauptprodukte sind Recyclingschotter und Recyclingsand. Simon Fallak: Ein neuer Schwerpunkt ist das Bodenmanagement. Materialien, die sich durch Sieben, Waschen oder Trennen aufwerten lassen, werden gezielt aufbereitet, um nutzbares Füllmaterial zu gewinnen und die Deponiemenge zu reduzieren. Das entspricht dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und fördert die nachhaltige Nutzung von Ressourcen in der Region. ? Das klingt nach einem gut funktionierendem Rohstoffkreislauf. Wie läuft das genau ab? Simon Fallak: Bereits beim Abbruch der Gebäude werden die Materialien getrennt und zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen unterschieden. Holz, Metalle, Fenster, Fensterprofile, Fußbodenbeläge und Restmüll werden direkt vor Ort sortiert und abtransportiert. Nur mineralische Abfälle geBEI ABBRUCHARBEITEN AN WOHNHÄUSERN, INDUSTRIEHALLEN ODER GANZEN INDUSTRIEANLAGEN FÄLLT EINE VIELZAHL AN MATERIALIEN AN. Ähnlich sieht es beim Rückbau von versiegelten Oberflächen aus Asphalt, Pflaster, Beton oder Schotter aus. Bei diesen Baumaterialien handelt es sich jedoch keineswegs um Abfall: Sauber getrennt und wiederaufbereitet, entstehen daraus Recyclingprodukte, die erneut bei Bauprojekten zum Einsatz kommen. Das KÖGEL Tochterunternehmen Kleffmann ist Experte in diesem Bereich. langen zur weiteren Aufbereitung auf den Recyclingplatz. Hier werden sie getrennt gelagert und in mehreren Schritten gesiebt und gebrochen, sodass wieder verwertbare mineralische Baustoffe entstehen. Nach Abschluss des Aufbereitungsprozesses und Erfüllung der Qualitätsanforderungen verlieren die Materialien den Status Abfall und gelten wieder als Baustoff. Sie können erneut im Bau eingesetzt werden, zum Beispiel für Tragschichten oder Verfüllungen. ? Warum seid ihr für diesen Schwerpunkt besonders gut aufgestellt? Olaf Kleffmann: Der Recyclingplatz wurde 1998 vorbereitet und so angelegt, dass er den Anforderungen einer modernen Recyclinganlage entspricht. Die Anlage erfüllt die Vorgaben der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) und wird regelmäßig kontrolliert. Seit 1998 produziert Kleffmann konstant RecyclingProdukte der höchsten Qualitätsstufe. Recycling-Baustoffe der Klasse 1 (RC-1) dürfen vollständig als Baustoff eingesetzt werden. Seit dem 1. Oktober 2024 ist das familiengeführte Unternehmen aus Hüllhorst Teil der KÖGEL Unternehmensgruppe. Während inzwischen ein Großteil der Mannschaft sein Know-how im KÖGEL Tiefbau einbringt, kümmert sich ein kleines Team verstärkt um die Themen Recycling und Bodenmanagement. Olaf Kleffmann und Simon Fallak geben Einblicke ins Tagesgeschäft. ? Wir stehen hier auf eurem Recyclingplatz. Was genau passiert hier? Olaf Kleffmann: Bauschutt wird zuerst kontrolliert und anschließend – sofern alles in Ordnung ist – nach Materialien getrennt gelagert. Diese werden einzeln von uns vor- gesiebt und nochmals zwischengelagert. Anschließend durchläuft das Material verschiedene Aufbereitungsschritte, bei denen es weiter gesiebt, getrennt, zerkleinert und klassifiziert wird. So werden verwertbare Bestandteile aus dem Abfallstrom herausgelöst und zu Recyclingmaterial verarbeitet. Die Hinterreifen so groß wie ein Mensch hat der Radlader auf dem Recyclingplatz Hongsen.

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