18 Nachdem KÖGEL den sechsten Bauabschnitt bereits erfolgreich umgesetzt hatte, waren die Tiefbauexperten von Januar bis August auch beim nächsten Bauabschnitt im Einsatz. Im Interview gibt Projektleiter Timo Ratzke Einblicke in die Herausforderungen, die Besonderheiten und die Erfolgsfaktoren dieses Projekts. ? Wie seid ihr bei der Erneuerung der Mischwasserkanalisation in der Geibelstraße grundsätzlich vorgegangen? Wir haben zunächst die befestigten Verkehrsflächen geöffnet und sorgfältig geprüft, welche Leitungen bereits im Boden liegen. Gerade im innerstädtischen Bereich ist das entscheidend, da sich unter der Straße viele Versorgungsleitungen befinden. Erst wenn klar ist, wo welche Leitung verläuft, können wir gezielt und sicher weiterarbeiten. Anschließend haben wir uns schrittweise in die erforderliche Tiefe vorgearbeitet und den neuen Kanal in offener Bauweise verlegt. ? W as war dabei besonders anspruchsvoll? Die größte Herausforderung war die Tiefe der Baugrube – über fünf Meter. Um die Seitenwände stabil zu halten und die Sicherheit des Teams zu gewährleisten, kam eine Doppelgleitschiene zum Einsatz. Dieses mitwachsende Schutzsystem sichert die Baugrubenwände, ohne unnötig viel Boden zu bewegen. Zusätzlich war der Umgang mit Grundwasser wichtig, denn ab einer bestimmten Tiefe muss die Baugrube kontrolliert trocken und standsicher gehalten werden. Die Kombination aus Tiefe, Grundwasser, innerstädtischem Umfeld und obendrauf noch schützenswerten Bäumen entlang der Straße hat die Maßnahme besonders anspruchsvoll gemacht. ? Inwiefern haben die Bäume eure Arbeiten beeinflusst? Die Geibelstraße ist eine Allee und die Bäume prägen das Straßenbild. Ihr Schutz stand für uns im Vordergrund. Deshalb haben wir bei vielen Hausanschlüssen eine geschlossene Bauweise eingesetzt: Die Leitungen werden unterirdisch hergestellt, ohne dass die Straße geöffnet werden muss. Das schont den Wurzelbereich der Bäume und ermöglicht eine fachgerechte Erneuerung. ? Warum braucht man für Arbeiten in dieser Tiefe besondere Qualifikationen und Erfahrung? Für Arbeiten in über fünf Metern Tiefe und bei großen Rohrdurchmessern ist die AK1-Qualifikation im Güteschutz Kanalbau erforderlich. Sie belegt, dass ein Unternehmen die personellen, fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen für sichere und hochwertige Ausführung mitbringt. Die Anforderungen steigen mit zunehmender Tiefe erheblich – der richtige Verbau, die exakte Rohrlage und die Sicherheit im Baugrubenbereich haben oberste Priorität. ? Wie beeinflusste das innerstädtische Umfeld den Baustellenalltag? BAUVORHABEN Geibelstraße, Hannover BAUHERR Stadtentwässerung Hannover PROJEKTLEITUNG Timo Ratzke POLIERE Kevin Jones, Jörg Wolle Aus diesen grünen Kanalgrund- rohren erstellt Facharbeiter Furkan Aksan Hausanschlüsse in geschlossener Bauweise – so wird Ab- und Regenwasser in die Kanalisation geleitet und das Wurzelwerk der Bäume bleibt unversehrt. KOMPLEXE BAUPROJEKTE IM INNERSTÄDTISCHEN RAUM ERFORDERN TECHNISCHES KNOW-HOW, SORGFALT UND FINGERSPITZENGEFÜHL – BEI DER AUSFÜHRUNG DER ARBEITEN, ABER AUCH IM UMGANG MIT NATUR UND MENSCHEN. BEI DER ERNEUERUNG DER MISCHWASSERKANALISATION IN DER GEIBELSTRASSE VERTRAUTE DIE STADTENTWÄSSERUNG HANNOVER ERNEUT AUF DIE KOMPETENZ DES KÖGEL TIEFBAUS. FACHWISSEN TRIFFT FINGERSPITZENGEFÜHL TIEF- UND ROHRLEITUNGSBAU
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