KÖGEL Dialog | AUSGABE 59 | 10/2026

43 INNOVATION UND ENTWICKLUNG » Banken sind von der Politik angehalten, Kapital gezielt in nachhaltige Projekte zu lenken.« Nachhaltigkeit hat viele Gesichter: Solarenergie, E-Mobilität und ressourcenschonendes Bauen gehören bei KÖGEL zum Alltag. ? Was war die aufwendigste Nachhaltigkeitsmaßnahme, die ihr in den letzten Jahren umgesetzt habt? Christian Fitte: Unser Bodenmanagement haben wir durch den Zusammenschluss mit der Firma Kleffmann und unserem eigenen Muldenbetrieb weiterentwickelt. Kleffmann ist in der Kreislaufwirtschaft aktiv und bringt hier viel Erfahrung mit. So gelingt es uns, Boden oder Abbruchmaterial, das auf einer Baustelle anfällt und sich für die Wiederaufbereitung eignet, möglichst auf anderen Baustellen wieder einzusetzen und so den Stoffkreislauf zu schließen. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit eben nicht nur LED-Lampen im Büro, sondern dass sie auch in unser Kernprodukt einfließt. Und da ist Kreislaufwirtschaft ein ganz zentrales Thema. ? Wie seid ihr bei der Erstellung des Berichts inhaltlich vorgegangen, und wo lag die größte Herausforderung? Christian Fitte: Wir haben uns am VSMEStandard (Voluntary Sustainability Reporting Standard) orientiert, der freiwillig berichtenden Unternehmen einen Rahmen vorgibt, und die meisten der vorgesehenen Punkte übernommen. Zusätzlich haben wir in der Projektgruppe gebrainstormt: Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit? Auf einem Vision Board haben wir gesammelt, welche Maßnahmen wir in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung schon umgesetzt haben – da kam ein großer Blumenstrauß an Themen zusammen. Damit die Zahlen am Ende belastbar sind, war eine enge Abstimmung mit den Fachbereichen erforderlich. ? Spielt der Nachhaltigkeitsbericht bei Ausschreibungen oder Kundengesprächen eine Rolle – wird er mittlerweile sogar vorausgesetzt? Christian Fitte: Ob der Nachhaltigkeitsbericht schon vorausgesetzt wird, lässt sich pauschal nicht sagen. Aber wir sind in jedem Fall vorbereitet, falls es so weit kommt: Zum Beispiel haben wir mit unserem DGNB Consultant die notwendige Fachkompetenz im Haus, um nachhaltige Schlüsselfertigbau-Projekte abzuwickeln. Auch Banken interessieren sich zunehmend für Nachhaltigkeitskennzahlen – sie sind von der Politik angehalten, Kapital gezielt in nachhaltige Projekte zu lenken. Wer hier keine belastbaren Daten liefern kann, hat’s perspektivisch schwerer. ? Gibt es noch konkrete Ziele, wo ihr besser werden wollt? Christian Fitte: Ja, auf jeden Fall. Seit letztem Jahr haben wir eine neue Stabsstelle für Lean und Baumanagement, die uns dabei unterstützt, Verschwendung zu vermeiden und Prozesse clever zu takten. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern wirkt sich auch positiv auf die Bauzeit aus. Außerdem wird unser Fuhr- und Maschinenpark kontinuierlich erneuert und modernisiert, damit wir immer auf die neuesten und energieeffizientesten Maschinen setzen können. Da sind wir schon sehr weit, haben aber auch noch einiges vor. Prozessmanager Christian Fitte liegt Nachhaltigkeit auch privat am Herzen – zur Arbeit kommt er fast immer mit dem Rad. Hier den Nachhaltigkeitsbericht online lesen.

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