Erneuerung Biologie 2
Paderborn

Bauherr
Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn

Neues Belebungsbecken
gestaltet Abwasserreinigung effizienter

1981 in Betrieb genommen und seitdem mehrfach erweitert und ausgebaut – die Biologie der Kläranlage Paderborn entsprach nicht mehr dem aktuellen Standard. Deshalb beauftragte der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn den KÖGEL Ingenieurbau mit dem Bau einer Verdichterstation für den Umbau der Biologie 2, einer zentralen Komponente der Kläranlage. Im März 2025 starteten die Arbeiten, die das Team um Robert Friesen und Johannes Frohwitter voraussichtlich dieses Jahr abschließen wird.

»Durch eine neue Technik wird der Stromverbrauch um 30 Prozent gesenkt, was umgerechnet dem Jahresverbrauch von über 570 Drei-Personen-Haushalten entspricht.«

Team Biologie 2 Paderborn
Ein starkes Team: Azubi Leon Kohlrausch, Fernando Dominguez Lopez, Kevin Jones, Robert Friesen und Johannes Frohwitter (v. l.).

»Biologie« bezeichnet den biologischen Reinigungsprozess des Wassers mithilfe von Bakterien. Dieser findet im Belebungsbecken statt. Darin wird dem Wasser und den Bakterien Sauerstoff hinzugefügt, wodurch diese aktiviert werden und effizienter arbeiten können.

30 Prozent weniger Stromverbrauch

»Die Biologie 2 in Paderborn stammt aus dem Jahr 1998«, berichtet Robert Friesen. »Vorher wurde der Sauerstoff oberhalb des Beckens mit einer Art rotierendem Besen eingeführt. In der neuen Biologie wird der Sauerstoff über Belüftungsplatten am Beckenboden eingebracht. Durch diese neue Technik wird der Gesamtenergieverbrauch der Kläranlage um 30 Prozent gesenkt, was umgerechnet dem Jahresverbrauch von über 570 Drei-Personen-Haushalten entspricht«, erläutert er.

Im laufenden Kläranlagenbetrieb übernimmt der KÖGEL Ingenieurbau in Zusammenarbeit mit der Bausanierung die Sanierung der Belebungsbecken sowie den Neubau einer Verdichterstation mit Gründach. »Wir haben 5.000 m Kabelleerrohre mit 16 neuen Kabel zugschächten verlegt«, ergänzt Robert Friesen. Zusätzlich übernimmt das Team den Straßenbau. »Wir sind hier komplett für den Hoch- und Tiefbau verantwortlich«, resümiert er.

Sprung ins kalte Wasser

Trotz des Winterwetters liegen die Arbeiten im Zeitplan, wenngleich der Wintereinbruch zu einer kurzen Zwangspause führte. Zudem konnten die KÖGEL Experten die Planung an einigen Stellen technisch und wirtschaftlich optimieren. So wurde zum Beispiel die Verdichterstation nicht mehr gefliest, sondern beschichtet. »Das hat unsere Bausanierung ausgeführt. Genauso wie die Beschichtung der drei Brücken über den Belebungsbecken mit einer Fläche von ca. 1.200 m². Das hat gut geklappt und wir haben getreu unserem Unternehmensmotto Gemeinsam | Sicher | Stark zusammengearbeitet«, freut sich Robert Friesen.

»Ich komme eigentlich aus dem Tiefbau und lerne in meinem ersten Ingenieurbauprojekt unheimlich viel dazu. Johannes Frohwitter hat mir da als erfahrener Bauingenieur wirklich einiges gezeigt«, lobt Friesen seinen Projektleiterkollegen. »Das Zusammenspiel der ganzen Gewerke macht mir unheimlichen Spaß«, unterstreicht er. Darüber hinaus vertrat er Johannes Frohwitter während dessen einmonatiger Elternzeit – ein Sprung ins kalte Wasser, wie Robert Friesen einräumt. »Aber manchmal lernt man ja so am besten schwimmen.«

PROJEKTAUFNAHMEN,
Die ins Detail gehen